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01.10.2026
12:54 Uhr
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Die deutsche Bevölkerung fürchtet sich laut einer Umfrage vor allem vor Inflation und hohen Steuern. Existenzsorgen scheinen gegenüber 2025 leicht zugenommen zu haben.

Lebenshaltungskosten und eine schlechte Wirtschaftslage machen den Menschen in Deutschland mehr Angst als im vergangenen Jahr. Das geht aus der Umfragereihe Die Ängste der Deutschen hervor, die seit 1992 von der R+V Versicherung durchgeführt wird. Demnach haben 59 Prozent der Menschen »große« Angst davor, die alltäglichen Lebenshaltungskosten nicht tragen zu können – ein Plus von sieben Prozentpunkten gegenüber 2025 . Im Rahmen der Umfrage wurden 2.400 Menschen nach ihren größten Sorgen rund um Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Umwelt und Gesundheit gefragt. Auf einer siebenstufigen Skala ordneten sie dabei ihre Furcht vor einem bestimmten Ereignis oder einer Entwicklung ein. Ein Wert von fünf oder mehr wird als »große Angst« eingestuft. Ein Wert von 59 Prozent bei steigenden Lebenshaltungskosten bedeutet somit, dass dieser Anteil der Befragten seine Angst davor mindestens mit einer Fünf bewertete. Liste wichtigster Ängste von Wirtschaftsfragen dominiert Von den fünf nach diesem Index größten Ängsten beziehen sich vier Positionen auf finanzielle Themen: Neben Lebenshaltungskosten machen Steuererhöhungen und Leistungskürzungen demnach 53 Prozent der Menschen Angst (vier Prozentpunkte mehr als 2025), eine schlechtere Wirtschaftslage (51 Prozent, plus zehn Prozentpunkte) und teurer Wohnraum (50 Prozent, plus zwei Prozentpunkte). Lediglich eine »Überforderung des Staates durch Geflüchtete«, Platz drei mit 52 Prozent (plus drei Prozentpunkte), bezieht sich bei den fünf wichtigsten Ängsten nicht auf wirtschaftliche Themen. »Wir beobachten einen deutlichen Anstieg der finanziellen Sorgen«, sagte der Leiter der Umfrage, Grischa Brower-Rabinowitsch. »Besonders bemerkenswert: Die Angst vor einer Rezession ist um zehn Prozentpunkte gestiegen – stärker als jede andere Sorge.« Die Angst vor hohen Lebenshaltungskosten dominiert allerdings traditionell die seit mehr als 30 Jahren bestehende Umfragereihe. Bei insgesamt 35 Befragungen belegt sie zum 16. Mal den ersten Platz. Sorgen machen den Menschen demnach eine »Überforderung der Politik« (48 Prozent) sowie »Spannungen durch Zuzug aus dem Ausland« (47 Prozent). Letztere Sorge wurde mit einem Plus von zwei Punkten geringfügig stärker, die Angst vor einer Überforderung der Politikerinnen und Politiker stieg hingegen um sechs Prozentpunkte deutlich an. Angst vor Krieg im Vergleich zu 2025 deutlich gesunken Angst vor politischem Extremismus liegt mit 41 Prozent (plus ein Punkt) auf Platz neun. Dabei sind vor allem Sorgen um Islamismus (45 Prozent) und rechten Extremismus (43 Prozent) ausgeprägt. Vor Linksextremismus fürchten sich hingegen nur sieben Prozent der Menschen. Deutlich abgenommen hat der Befragung zufolge auch die Furcht vor einem Krieg mit deutscher Beteiligung. Machte das im vergangenen Jahr noch 41 Prozent der Menschen Angst, sind es nun nur noch 34 Prozent. Allerdings ist das immer noch ein deutlich höheres Niveau gegenüber der Zeit vor Beginn des russischen Kriegs gegen die Ukraine: 2021 hatten sich nur 16 Prozent der Menschen darum gesorgt. Im Rahmen der Befragung wurden nach Angaben der R+V Versicherung zwischen Mitte Mai und Ende Juli in drei Phasen 2.400 Menschen im Alter ab 14 Jahren befragt.