Zeit 06.10.2026
03:52 Uhr

Wohnungskrise in Spanien: Zehntausende protestieren in Barcelona gegen Wohnungsnot


Vor dem Hintergrund der Wohnungskrise in spanischen Großstädten hat Ministerpräsident Pedro Sánchez Neuwahlen ausgerufen. In Barcelona gab es erneut Proteste.

Wohnungskrise in Spanien: Zehntausende protestieren in Barcelona gegen Wohnungsnot
Zehntausende Menschen haben in Barcelona gegen Wohnungsnot demonstriert. Die Angaben zu Teilnehmerzahlen gingen dabei weit auseinander. Während die Behörden 20.000 Demonstrantinnen und Demonstranten meldeten, sprachen die Organisatoren von 120.000 Menschen. Bei der Kundgebung im Zentrum der katalanischen Metropole forderten sie mehr Wohnraum. »Das versteht man nicht: Menschen ohne Wohnungen und Wohnungen ohne Menschen«, hieß es unter anderem. Die Demonstration am Abend blieb größtenteils friedlich, gegen Ende kam es zu vereinzelten Auseinandersetzungen. Einige Demonstranten steckten mehrere Container in Brand und warfen Flaschen und Stühle einer Bar in Richtung der Polizei. Medienberichten zufolge nahm die Polizei mehrere Jugendliche fest. Dekrete zur Bekämpfung der Wohnungsnot im Parlament gescheitert Spaniens sozialistischer Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Montag Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Zuvor waren im Parlament, in dem Sánchez keine Mehrheit mehr besitzt, zwei Dekrete zur Bekämpfung der Wohnungsnot gescheitert. Auslöser für die aktuellen Proteste ist der Fall der 87-jährigen Rentnerin Maricarmen Abascal , deren Wohnung in Madrid zwangsweise geräumt wurde. In Madrid und anderen spanischen Städten gab es daraufhin bereits große Demonstrationen gegen hohe Mieten, fehlende Wohnungen und unzureichenden Schutz vor Zwangsräumungen.