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23.09.2026
17:55 Uhr
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Deutschland, Brasilien, Indien und Japan wollen den UN-Sicherheitsrat ausweiten. Das mächtigste UN-Gremium sei derzeit nicht in der Lage, seine Aufgaben zu erfüllen.

Deutschland, Brasilien, Indien und Japan haben sich für eine Reform des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen ausgesprochen. Eine solche Reform sei »aufgrund des zunehmend herausfordernden geopolitischen Umfelds« wichtiger denn je, teilten die Außenminister der sogenannten G4-Gruppe in einer gemeinsamen Erklärung mit. Die vier Länder hatten sich bereits 2005 zu diesem Zweck zusammengeschlossen. Der UN-Sicherheitsrat sei in seiner derzeitigen Form nicht in der Lage, seine zentrale Aufgabe zu erfüllen, teilten Johann Wadephul (CDU) und seine Amtskollegen aus Brasilien, Indien und Japan mit. »Repräsentativität, Legitimität und Handlungsfähigkeit« des obersten UN-Gremiums stünden derzeit infrage. Ein Grund hierfür sei »eine anachronistische, acht Jahrzehnte alte Architektur«. Die aktuelle Zusammensetzung des Sicherheitsrats sei »ein Hindernis für einen angemessenen Umgang mit gegenwärtigen und künftigen Herausforderungen«. Der UN-Sicherheitsrat besteht aus fünf ständigen Mitgliedern mit Vetorecht – den USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien – sowie zehn weiteren Mitgliedern, die für eine zweijährige Amtszeit gewählt werden. Eine Bewerbung Deutschlands für einen der zehn nichtständigen Sitze war im Juni gescheitert . Allerdings liegt die tatsächliche Entscheidungsgewalt des Gremiums ohnehin bei den fünf ständigen Mitgliedern – die sich zudem häufig nicht einig sind und ihr Vetorecht nutzen, um gegenseitige Anträge zu blockieren. Forderung nach ständigen Sitzen für Afrika Die Außenminister fordern eine Erweiterung des Sicherheitsrats »sowohl in der Kategorie der ständigen als auch der nichtständigen Mitgliedschaft«. Dies werde von einer Mehrheit der UN-Mitglieder unterstützt. Vor allem müssten bislang unterrepräsentierte Regionen »wie Afrika, Asien-Pazifik sowie Lateinamerika und die Karibik« mehr Gewicht in dem Gremium erhalten. Weiter sprachen die G4-Minister über ihre Unterstützung für einen Vorschlag der Gruppe afrikanischer Länder bei Verhandlungen über eine Reform im vergangenen Jahr . Diese hatten zwei ständige Sitze für den afrikanischen Kontinent gefordert, die mit Vetorecht ausgestattet werden müssten, falls es diese Möglichkeit auch nach einer Reform weiter geben sollte. Eine Reform müsse zudem »so schnell wie möglich« umgesetzt werden.