Zeit 17.08.2026
17:15 Uhr

Tote im Mittelmeer: Seenotretter finden Leichen im Mittelmeer und auf Flüchtlingsboot


Mehrere auf dem Mittelmeer aktive Rettungsorganisationen melden Tote. Von zwei Booten wurden Flüchtlinge gerettet, teilweise nach Tagen auf See.

Tote im Mittelmeer: Seenotretter finden Leichen im Mittelmeer und auf Flüchtlingsboot
Erneut sind mehrere Menschen auf der Flucht über das Mittelmeer gestorben. Eine Crew der italienischen Seenotrettungsorganisation Emergency entdeckte nach eigenen Angaben sieben Tote auf einem überfüllten Boot, 57 Menschen konnten gerettet werden. Ein Aufklärungsflugzeug der deutschen Organisation Sea-Watch sichtete drei Leichen im Mittelmeer. Bereits am Freitag hatte SOS Méditerranée elf Leichen im Wasser vor der libyschen Küste entdeckt. Emergency teilte mit, dass die Menschen auf dem angetroffenen Holzboot am Vortag vom libyschen Küstenort Zuwara aus aufgebrochen waren. Der Einsatz sei in internationalen Gewässern erfolgt, aber in einer Zone, in der Libyen für die Rettung zuständig ist. Von den libyschen Behörden gab es dazu aber zunächst keine Angaben. Das Schiff Ocean Viking von SOS Méditerranée hat indes in der maltesischen Such- und Rettungsregion 55 Menschen von einem überfüllten Schlauchboot gerettet. Die Menschen, die überwiegend aus dem Sudan und dem Südsudan stammen würden, hätten zuvor drei Tage auf See verbracht, teilte die Organisation mit. Organisation zählt rund 1.650 Tote und Vermisste in diesem Jahr Das Mittelmeer zählt zu den gefährlichsten Fluchtrouten der Welt . Geflüchtete und Migranten stechen in häufig nicht seetauglichen Booten aus nordafrikanischen Ländern wie Libyen und Tunesien in See in der Hoffnung, Europa zu erreichen. Viele überleben diese Flucht nicht. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat für 2026 bisher rund 1.650 Fälle von toten oder vermissten Menschen auf dem Mittelmeer erfasst. Eine staatlich organisierte Rettungsmission gibt es nicht. Lediglich die Schiffe privater Seenotretter halten Ausschau nach in Not geratenen Menschen. Politiker von SPD, Grünen und Linken forderten im April, dass ein EU-Seenotrettungsprogramm ins Leben gerufen wird .