|
11.03.2026
01:07 Uhr
|
Ein Schleusernetzwerk soll mehr als 100.000 Menschen illegal nach Europa gebracht haben. Laut Österreichs Polizei nahmen die mutmaßlichen Täter eine Milliardensumme ein.

Europaweite Ermittlungen haben zur Zerschlagung eines Schleusernetzes geführt, über das in den vergangenen Jahren mehr als 100.000 Menschen illegal unter anderem von der Türkei nach Deutschland gebracht worden sein sollen. Mehr als 130 Menschen seien in dem Zusammenhang seit 2023 festgenommen worden, teilte die österreichische Polizei zur Bilanz der Ermittlungen mit. Der Schleuserring mit mehreren Hundert Beteiligten sei zwischen Herbst 2023 und Mai 2025 aktiv gewesen. Durch das Geld, das die Menschen den Schleppern gegeben hätten, habe das Netzwerk mehr als eine Milliarde Euro eingenommen. Die Spuren des internationalen Netzes führten zu einem Clan in Syrien. Die Menschen seien über Südosteuropa und Österreich geschleust worden. Mehrere Unterorganisationen seien auf unterschiedlichen Abschnitten der Route tätig gewesen. Dort seien jeweils bis zu 80 Schleuser aktiv gewesen. Die Festnahmen erfolgten hauptsächlich in Österreich, aber auch in Deutschland, Kroatien, Rumänien und weiteren Ländern, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Österreichs Innenminister lobt den Fahndungserfolg Seit Mai befinden sich den Angaben zufolge sechs Hauptverdächtige in Wien in Haft. Es handelt sich um Männer im Alter zwischen 25 und 50 Jahren aus Afghanistan, Syrien und Russland, mit Wohnsitz in Österreichs Hauptstadt Wien und der ungarischen Hauptstadt Budapest. Unter den weiteren Festgenommenen seien Männer und Frauen aus Moldau, Rumänien, Georgien und der Ukraine, hieß es von der Polizei. Viele von ihnen seien im Internet angeworben worden. Die Ermittlungen begannen nach Behördenangaben Ende 2023, als ein Schleuser an der österreichischen Grenze zu flüchten versuchte. "Dieser Stein hat alles ins Rollen gebracht", sagte der Polizeisprecher. Die Ermittler stellten fest, dass die weitverzweigte familiär verbundene Gruppe mit ihren bis zu 800 Mitgliedern rund 1.000 Fahrzeuge einsetzte. Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) lobte den Fahndungserfolg. Es müsse das Ziel sein, "der brutalen und menschenverachtenden Schleppermafia die Geschäftsgrundlage zu entziehen".