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12.08.2026
00:01 Uhr
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Der Transport von Produkten für die Bauwirtschaft könne nicht einfach auf die Straße umgelegt werden, warnt ein Branchenverband. Er rechnet mit baldigen Engpässen.

Auch die Bauindustrie ist von dem teils extrem niedrigen Pegel deutscher Flüsse betroffen. »Die Wasserstraße ist für den Transport großer Mengen schwerer Güter von besonderer Bedeutung«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes HDB, Tim-Oliver Müller, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland . Dazu gehören etwa mineralische Rohstoffe und Baustoffe sowie Vorprodukte für die Bauwirtschaft. Solche Massengüter könnten wegen fehlender Kapazitäten nicht kurzfristig auf die Straße oder die Schiene umgesteuert werden, sagte Müller. Als Beispiel nannte er Bitumen, das in der Asphaltproduktion zum Einsatz komme und in großen Mengen auf Binnenschiffen transportiert werden. Theoretisch könnten Firmen zwar auf Straße und Schiene ausweichen, wenn der Pegel der Flüsse sinke. »Gerade bei großen Mengen lässt sich ein Binnenschiff aber nicht ohne Weiteres durch Lkw oder Züge ersetzen«, sagte Müller. Auch könnten die Schiffe wegen des Tiefgangs nicht mehr voll beladen werden, was die Kosten je transportierter Tonne steigen lasse. »Für die Bauwirtschaft bedeutet das zunächst vor allem: Die Versorgung mit Baustoffen kann teurer und schwieriger planbar werden«, sagte der Verbandschef. Risiko für Lieferengpässe steigt Müller rechnet zwar nicht mit flächendeckenden Baustopps, doch das Risiko für Engpässe, höheren Logistikkosten und Verzögerungen steige, je länger die Niedrigwasserphase anhalte. Für erste Baustoffe seien von den Lieferanten bereits Lieferengpässe angekündigt worden für den Fall, dass die Situation andauere. Davon sei derzeit auszugehen, sagte Müller. Der Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) sieht noch keine Versorgungsengpässe. »Stand jetzt ist die Versorgung gewährleistet«, sagte er der Rheinischen Post vor einer Schaltkonferenz mit den Verkehrsministern der Länder an diesem Mittwoch. Um das Risiko dafür zu senken, müsse mehr Güterverkehr von den Wasserstraßen auf Schiene und Straße verlagert werden. Bund und Länder wollten sich über weitere Schritte abstimmen. Er gehe davon aus, dass die Problematik mindestens bis Ende August anhalte. Sonn- und Feiertagsfahrverbot aufgehoben Das teils extreme Niedrigwasser deutscher Flüsse wirkt sich auch auf das Tanken aus – und macht es dem ADAC zufolge regional teurer . Mehrere Bundesländer haben bereits das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für bestimmte Lastwagen gelockert: In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und dem Saarland gilt eine Ausnahmeregelung für Lkw-Transporte von Gütern, die wegen der niedrigen Wasserstände nicht oder nur eingeschränkt per Schiff transportiert werden können. Sie sollen stattdessen über die Straße ans Ziel gelangen. Grund für die tiefen Pegelstände am Rhein und an anderen Flüssen sind ausbleibende Niederschläge und hohe Temperaturen . Aktuell sind mehrere Regionen in Europa von Dürren und Hitzewellen betroffen . Der Klimawandel macht Extremwetterereignisse wie diese intensiver und häufiger.