Zeit 12.03.2026
16:40 Uhr

Missbrauch: Katholische Kirche zahlte Opfern von Missbrauch über 93 Millionen Euro


Die katholische Kirche zahlt von Missbrauch Betroffenen sogenannte Anerkennungsleistungen. Seit 2021 wurden in 47 Fällen mehr als eine Viertelmillion Euro gezahlt.

Missbrauch: Katholische Kirche zahlte Opfern von Missbrauch über 93 Millionen Euro
Eine von der katholischen Kirche in Deutschland eingerichtete Kommission hat seit ihrer Gründung im Jahr 2021 mehr als 93 Millionen Euro für Opfer von sexuellem Missbrauch bewilligt. Das geht aus dem Tätigkeitsbericht 2025 der Kommission für Anerkennungsleistungen (UKA) hervor. In 47 Fällen seien seit 2021 mehr als 250.000 Euro gezahlt worden, allein im vergangenen Jahr seien es 17 Fälle gewesen. In zwei weiteren Fällen hätten Orden die Zustimmung für Zahlungen von mehr als 50.000 Euro erstmals nicht erteilt, teilt die UKA mit. Unter Anerkennungsleistungen fallen Zahlungen, die Menschen bei der Kirche beantragen können, die etwa von katholischen Priestern sexuell missbraucht wurden. Die Leistung ist dabei unabhängig von einem gerichtlichen Verfahren. Für den Antrag müssen Betroffene Beweise für den Missbrauch vorlegen. Dabei genügt es, wenn die Schilderungen plausibel sind. Wie hoch die Leistung ausfällt, entscheidet die UKA. Zahlungen der Kirche werden als zu niedrig kritisiert Die Kommission nimmt Anträge der Betroffenen über die jeweiligen Ansprechpersonen der Bistümer oder Ordensgemeinschaften entgegen. Später legt sie die Leistungshöhe fest und weist die Auszahlung für Betroffene an. Dem Verfahren liegt dabei eine von deutschen Bischöfen beschlossene Ordnung zugrunde. Kritisiert wird, dass die Anerkennungsleistung meist zu niedrig sei. Laut Angaben der UKA orientiert man sich bei der Höhe der Leistung an Urteilen staatlicher Gerichte zu Schmerzensgeldern. Die Rechtsprechung diene der Kommission als Maßstab bei der Bemessung, teilte die Vorsitzende der UKA, Margarete Reske, in dem Bericht mit.