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17.03.2026
12:04 Uhr
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In fünf Bundesländern gibt es Razzien gegen mutmaßliche Mitglieder der rechten Terrorgruppe "Letzte Verteidigungswelle". Ziel ist es, neue Beweise zu sichern.

Die Bundesanwaltschaft hat weitere Durchsuchungen gegen mutmaßliche Mitglieder der rechtsextremistischen Terrorvereinigung "Letzte Verteidigungswelle" angeordnet. Seit Dienstagmorgen laufen Razzien in Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein. Die Ermittlungen richten sich gegen insgesamt zehn Beschuldigte, wie die Karlsruher Behörde mitteilte. Festnahmen gab es demnach keine. "Die heutigen Durchsuchungen dienen dazu, die bestehenden Verdachtsmomente zu objektivieren", sagte die Bundesanwaltschaft. Bei den Durchsuchungen seien Beamte des Bundeskriminalamtes und Polizeibeamte vor Ort im Einsatz. Die "Letzte Verteidigungswelle" soll Anschläge mit potenziell tödlichen Folgen auf Linke und Geflüchtete verübt und weitere bereits geplant haben. Im Mai vergangenen Jahres wurde die Gruppe enttarnt. Spezialeinheiten und andere Einsatzkräfte der Polizei nahmen damals bei koordinierten Razzien mehrere Beschuldigte fest. Andere waren bereits zuvor festgenommen worden und befanden sich schon in Haft . Es handelte sich um Jugendliche und Heranwachsende, sie waren zwischen 14 und 21 Jahre alt. In Hamburg läuft seit Anfang März ein Prozess gegen sieben Verdächtige. Gruppe soll Anschläge in Brandenburg und Thüringen verübt haben Zu den angeklagten Taten gehört ein nächtlicher Brandanschlag auf ein Kulturzentrum in Altdöbern in Brandenburg im Oktober 2024. Neben dem Anschlag in Altdöbern sollen einige der Beschuldigten laut Anklage im Januar 2025 nachts Feuerwerkskörper in eine Flüchtlingsunterkunft im thüringischen Schmölln geschossen haben. Am Tatort hinterließen sie demnach nationalsozialistische Symbole. Mehrere Beschuldigte sollen darüber hinaus Überfälle auf Menschen verübt haben, die sie als "pädophil" einstuften. Diese wurden durch Täuschung zu Treffen gelotst, bei denen sie geschlagen und getreten wurden. Verletzte oder gar Tote gab es nicht, was der Behörde zufolge aber nur dem Zufall zu verdanken war. Auch zwei der nun Beschuldigten, deren Wohnungen am Dienstag durchsucht wurden, sollen sich an solchen Angriffen beteiligt haben. Nach Angaben der Bundesanwaltschaft versteht sich die Gruppierung als "letzte Instanz zur Verteidigung der Deutschen Nation". Die mutmaßlichen Mitglieder sollen sich im April 2024 zusammengeschlossen haben, um politisch motivierte Gewalttaten in Form von Brand- und Bombenanschlägen mit potenziell tödlichen Folgen zu verüben. Ihr Ziel sei es gewesen, durch Gewalttaten gegen Migranten und politische Gegner einen Zusammenbruch des demokratischen Systems der Bundesrepublik herbeizuführen.