|
16.03.2026
12:22 Uhr
|
Donald Trump fordert Hilfe von Nato-Staaten beim Schutz von Öltankern in der Straße von Hormus ein. Deutsche Politiker lehnen eine Beteiligung der Marine einhellig ab.

Bundestagsabgeordnete der Regierungsparteien von CDU und SPD lehnen die Forderungen der US-Regierung ab, dass europäische Kriegsschiffe in der Straße von Hormus zum Schutz von Öltankern vor iranischen Attacken eingesetzt werden. Die EU-Außenminister beraten an diesem Donnerstag, wie eine EU-Beteiligung beim Schutz der Seewege in der Straße von Hormus aussehen könnte. Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas brachte ein Abkommen nach dem Vorbild des Ukraine-Getreide-Abkommens ins Gespräch , um Öl- und Düngemittellieferungen durch die Meerenge zu ermöglichen. Zuvor hatte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Jürgen Hardt, im Deutschlandfunk einen Einsatz der deutschen Marine zur Sicherung von Fahrten durch die Straße von Hormus abgelehnt. Die enge Durchfahrt könne mit Marineeinheiten allein gar nicht gesichert werden. Die Küste sei dicht besiedelt, von dort könne der Iran mit Mörsern oder einfachen Drohnen leicht angreifen. SPD-Außenexperte: Kapazitäten der Marine reichen nicht Der SPD-Außenexperte Adis Ahmetovic sprach sich im ZDF -Morgenmagazin ebenfalls gegen einen Einsatz der deutschen Marine aus. Diese sei sehr gut und habe besondere Fähigkeiten, aber die Kapazitäten seien nicht darauf ausgerichtet, sich jetzt in diesem möglichen Szenario zu beteiligen. Gegen den Einsatz spreche zudem, dass der Krieg völkerrechtswidrig sei und Israel und die USA in ihrem Krieg gegen den Iran "keine einheitlichen Kriegsziele" hätten. Ahmetovic wolle vor diesem Hintergrund seine Verantwortung gegenüber deutschen Soldatinnen und Soldaten nicht für Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump "aufs Spiel setzen". Er sei nicht bereit, für einen solchen Einsatz das Parlamentsmandat, das die Bundeswehr für die derzeitige EU-Mission Aspides im Roten Meer habe, zu verändern oder zu erweitern, sagte Ahmetovic weiter. Die Bundeswehr ist bereits seit Februar 2024 an einer EU-Marinemission im Roten Meer zum Schutz der Schifffahrt vor Angriffen der proiranischen Huthi-Miliz aus dem Jemen beteiligt. Das Einsatzgebiet der Mission umfasst auch die Straße von Hormus, ist aber auf eine Linie südlich des Hafens Maskat im Oman beschränkt. Wadephul sieht Nato nicht als zuständig Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) sagte in einem ARD-Interview, Deutschland werde sich nicht an einem Militäreinsatz in der Straße von Hormus beteiligen. Vor dem Treffen der EU-Außenminister sagte der Minister zudem, dass er nicht sehe, dass die Nato für die Straße von Hormus zuständig werden könne. Die Frage stelle sich "zum jetzigen Zeitpunkt" nicht. Er wolle zunächst von Israel und den Vereinigten Staaten erfahren, wann sie ihre militärischen Ziele im Iran als erreicht betrachten. AfD-Chefin Alice Weidel lehnte eine Beteiligung ebenfalls ab. Der Einsatz der "kleinen deutschen Marine" in der Straße von Hormus sei auch im Rahmen der EU "illusorisch und hochgefährlich", sagte sie dem Portal The Pioneer . Nicht einmal die US-Navy als größte Marine der Welt sei in der Lage, eine sichere Passage durch die Meerenge zu gewährleisten.