|
20.03.2026
19:17 Uhr
|
Nach dem Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen wurden erste Entschädigungen an Kunden ausbezahlt. Elf Betroffene erhalten eine Summe von rund 250.000 Euro.

Knapp drei Monate nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen haben einzelne Kunden von ihren Versicherungen Entschädigungen bekommen. Anwalt Daniel Kuhlmann aus Datteln konnte nach eigenen Angaben für elf Mandanten eine Summe von insgesamt rund 250.000 Euro geltend machen. Die betroffenen Sparkassen-Kunden hatten bei ihren Hausratsversicherungen teilweise eine Zusatzklausel mit abgeschlossen . "Unsere Mandanten hatten zudem die Inventarlisten genau nach unseren Vorgaben gemacht, waren von Anfang an dabei und konnten alles lückenlos belegen", sagte Kuhlmann der Nachrichtenagentur dpa. Ein Mandant habe rund 70.000 Euro bekommen, andere weniger – je nach den Bedingungen der jeweiligen Klausel. Parallel laufen Musterklagen gegen die Bank Zudem erhob der Anwalt Musterklagen gegen die Sparkasse. Er wirft ihr vor, Sicherheitsvorkehrungen vernachlässigt zu haben und fordert daher volle Haftung. Die Bank ersetzt nachgewiesene Schließfachverluste in der Theorie nur bis zu einem Wert von 10.300 Euro. Zahlreiche Sparkassen-Kunden hatten über Anwälte und bei der Polizei aber angegeben, wesentlich höhere Summen in den Schließfächern als Bargeld oder in Wertgegenständen gelagert zu haben. Ende Dezember hatten sich bislang unbekannte Täter über ein Parkhaus Zutritt zu der Bank in Gelsenkirchen in Nordrhein-Westfalen verschafft und ein großes Loch in eine Wand gebohrt, um in den Tresorraum zu gelangen. Fast alle 3.250 Kundenschließfächer der Sparkassen-Filiale wurden aufgebrochen. Den Schaden schätzte die Polizei zunächst auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag, inzwischen halten Ermittler aber auch einen Schaden im dreistelligen Millionenbereich für realistisch . Zuletzt hatte die Polizei Gelsenkirchen im Januar die Vernehmung von mehr als 3.000 Geschädigten des Einbruchs angekündigt.