Zeit 06.10.2026
20:03 Uhr

Frankfurter Buchmesse: Proteste bei der Rede des tschechischen Kulturministers in Frankfurt


Zur Eröffnung der Buchmesse spricht der umstrittene Kulturminister Oto Klempíř. Es gibt Pfiffe und Zwischenrufe. Die Autorin Radka Denemarkova hingegen wird bejubelt.

Frankfurter Buchmesse: Proteste bei der Rede des tschechischen Kulturministers in Frankfurt
Die Rede des tschechischen Kulturministers Oto Klempíř zur Eröffnung der Frankfurter Buchmesse ist von Protesten begleitet worden. Während Klempíř sprach, gab es Zwischenrufe und Pfiffe, ein Mann hielt ein Plakat hoch. Tschechien ist der Ehrengast der diesjährigen Messe. Der rechte Kulturminister Klempíř ist seit letztem Dezember im Amt. Er war als Parteiloser von der rechten Autofahrerpartei Motoristen nominiert worden und hatte unter anderem die Leiterin der Prager Nationalgalerie, Alicja Knast, überraschend abberufen. Außerdem steht Klempíř wegen einer umstrittenen Medienreform in der Kritik. Diese sieht unter anderem deutliche Budgetkürzungen beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk vor. »Kampf um die Wortmacht ist auch ein Kampf um die Weltmacht« Die tschechische Autorin Radka Denemarkova, die nach Klempíř sprach, wurde bejubelt, als sie sagte, Minister kämen und gingen, »aber die Literatur bleibt«. In ihrer Rede betonte sie, man könne Literatur und Politik nicht trennen: »Der Kampf um die Wortmacht ist auch ein Kampf um die Weltmacht.« Am Mittwoch und Donnerstag ist die Frankfurter Messe für die Buchbranche geöffnet, von Freitag bis Sonntag auch für andere Besucherinnen und Besucher. Zum Auftakt der Messewoche war am Montagabend der Deutsche Buchpreis an Shida Bazyar und ihren Roman Die Lücken vergeben worden.