Zeit 13.03.2026
10:51 Uhr

FlixBus: Fernbusfahrer gibt im Prozess um tödlichen Unfall Fehler zu


Übermüdung, Alkohol oder Drogen haben nicht zu dem tödlichen Unfall auf der A9 geführt, sagt der Anwalt des Angeklagten. Fehlende Sorgfalt gibt der Busfahrer jedoch zu.

FlixBus: Fernbusfahrer gibt im Prozess um tödlichen Unfall Fehler zu
Im Prozess um den tödlichen Unfall eines Fernbusses auf der A9 bei Leipzig vor knapp zwei Jahren hat der Busfahrer einen Fehler eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 64-Jährigen vor, den Unfall fahrlässig verursacht zu haben. Der Sachverhalt, so wie er von der Staatsanwaltschaft in der Anklage dargestellt wird, sei "vollumfänglich zutreffend", sagte der Anwalt des Busfahrers. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Mann die "im Verkehr erforderliche Sorgfalt" vermissen ließ und dadurch den Unfall verursacht hat. "Es tut ihm unendlich leid, was passiert ist. Er würde die Zeit gerne zurückdrehen, er kann es nicht", sagte der Anwalt des aus Tschechien stammenden Busfahrers. Sein Mandant sei kein Risikofahrer gewesen. Übermüdung, Alkohol oder Drogen hätten keine Rolle gespielt. "Es handelt sich um ein einmaliges fahrlässiges Fehlverhalten", sagte der Anwalt. Vier Tote durch Unfall Der Fernbus sollte am 27. März 2024 von Berlin nach Zürich fahren. Bei fast 100 km/h geriet der Bus nördlich von Leipzig ins Schleudern, fuhr eine knapp zwei Meter hohe Böschung hinab und kippte auf die rechte Seite. Vier Frauen in dem FlixBus starben. 46 weitere Fahrgäste wurden zum Teil schwer verletzt. Erst nach drei Stunden konnte das verunglückte Fahrzeug mithilfe von Gurten aufgerichtet und die Toten sowie Verletzten aus dem Innenraum geholt werden. Dabei hatten mobile Sichtschutzwände die Aktion abgeschirmt. Krankenhäuser in der Umgebung hatten sich für einen Großeinsatz gewappnet, um Patienten aufzunehmen. Die Staatsanwaltschaft hat den Busfahrer vor dem Amtsgericht Eilenburg wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung angeklagt. Wegen eines größeren Saals wird jedoch im Landgericht Leipzig verhandelt. Für den Prozess ist nur ein Verhandlungstag geplant.