Zeit 28.09.2026
08:44 Uhr

Fachkräftemangel: Einwanderer sind in Engpassberufen besonders stark vertreten


Wo Fachkräftemangel herrscht, arbeiten in Deutschland viele Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte. Besonders hoch sind die Werte in der Gastronomie und dem Nahverkehr.

Fachkräftemangel: Einwanderer sind in Engpassberufen besonders stark vertreten
In vielen Engpassberufen in Deutschland sind Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte überdurchschnittlich stark vertreten. Das teilte das Statistische Bundesamt mit . Demnach hatten im vergangenen Jahr 56 Prozent der Köchinnen und Köche eine Einwanderungsgeschichte, in der Lebensmittelherstellung waren es 55 Prozent. Auch bei Fahrern von ⁠Bussen und Straßenbahnen sowie Servicekräften in der ​Gastronomie war der Anteil mit jeweils 47 Prozent hoch. Bei Berufskraftfahrern im Güterverkehr lag der Wert bei 41 Prozent, in der Pflege bei einem Drittel. In der Gesamtwirtschaft hatten gut ein Viertel aller abhängig Beschäftigten eine Einwanderungsgeschichte. Eine Einwanderungsgeschichte hat eine ​Person, wenn sie selbst oder beide Elternteile seit 1950 nach Deutschland eingewandert sind. Als Engpassberufe gelten laut der Bundesagentur für Arbeit solche, in denen ein Fachkräftemangel herrscht oder droht . Längere Aufenthaltsdauer hilft bei Integration in den Arbeitsmarkt Der hohe Anteil an Beschäftigten mit Einwanderungsgeschichte gilt nicht für alle Mangelberufe. Im Rettungsdienst lag der Anteil im Jahr 2025 bei sieben Prozent, im Polizeivollzugsdienst bei acht Prozent und in der öffentlichen Verwaltung bei neun Prozent. Auch bei Lehrkräften (neun bis zehn Prozent) und in der Landwirtschaft (15 Prozent) waren Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte unterrepräsentiert. Die Integration in den Arbeitsmarkt hängt laut dem Bundesamt von ​der Herkunftsregion und der Aufenthaltsdauer ab. So liegt der Anteil der Erwerbstätigen bei kürzlich eingewanderten Menschen aus der EU deutlich über dem von Einwanderern aus Afrika oder dem Nahen und Mittleren Osten. EU-Bürger profitieren hierbei unter anderem von einer schnelleren Anerkennung ihren beruflichen Qualifikationen. Diese Unterschiede sind in den ersten Jahren noch sehr deutlich, nehmen mit der Zeit jedoch ab: Nach 20 ‌bis 25 Jahren im Land waren etwa 87 Prozent der Männer und 79 Prozent der Frauen ‌aus dem Nahen und Mittleren Osten erwerbstätig. Zum Vergleich: In der Gesamtbevölkerung im Alter ​von 25 bis 59 Jahren lag die Erwerbstätigenquote mit 88 Prozent bei Männern und 81 Prozent bei Frauen nur knapp darüber.