|
29.09.2026
17:19 Uhr
|
Jahrelang war Elif Eralp Mitglied der Roten Hilfe, die als eine der wichtigsten Gruppen im deutschen Linksextremismus gilt. 2025 soll sie den Verein verlassen haben.

Die Berliner Bürgermeisterkandidatin der Linken, Elif Eralp, gehörte bis 2025 als Mitglied dem Verein Rote Hilfe an, der vom Bundesverfassungsschutz als linksextrem eingestuft wird. Hauptbetätigungsfeld der Roten Hilfe sei die Unterstützung linksextremistischer Straftäter sowohl im Strafverfahren als auch während der Haftzeit, heißt es im jüngsten Verfassungsschutzbericht. Über Eralps Mitgliedschaft hatte zuerst die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet. Nach Informationen auf der Webseite der Roten Hilfe berät der Verein Linke, die sich wegen ihres politischen Engagements vom Staat verfolgt sehen. Dazu würden Betroffene ganz oder teilweise bei Kosten von Gerichtsverfahren, Strafzahlungen oder Aufwendungen für politische Öffentlichkeitsarbeit unterstützt. Für Inhaftierte und andere von »starker Repression« Betroffene könnten auch Zahlungen zum Lebensunterhalt übernommen werden, teilt die Rote Hilfe mit. Dem Bundesverfassungschutz zufolge wächst der Verein seit Jahren und gilt als die größte und eine der wichtigsten Gruppierungen im deutschen Linksextremismus. Der Landesverfassungsschutz bezeichnet die Rote Hilfe in seinem jüngsten Jahresbericht als mit Abstand größte linksextremistische Organisation in Berlin. Nicht alle Mitglieder des Vereins verfolgten selbst verfassungsfeindliche Zielsetzungen, heißt es darin. Die Gegnerschaft der Organisation und ihrer Entscheidungsträger zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung sei jedoch ein Grund für die Beobachtung durch die Verfassungsschützer. Eintrag zu Vereinsmitgliedschaft fehlt im Abgeordnetenhaushandbuch 2025 In zwei früheren Ausgaben des Handbuchs des Berliner Abgeordnetenhauses aus den Jahren 2022 und 2023 ist Eralps Mitgliedschaft bei der Roten Hilfe laut dem Bericht der Frankfurter Allgemeine Zeitung aufgeführt – neben ihren Mitgelidschaften bei Verdi, Amnesty International und beim Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA). In der Ausgabe vom Oktober 2025 fehlt der Eintrag zur Roten Hilfe jedoch, die anderen Mitgliedschaften sind hingegen weiterhin aufgelistet. Mitte Oktober 2025 war Eralp auf einem Landesparteitag zur Spitzenkandidatin der Linken für die Abgeordnetenhauswahl gekürt worden. Die Landesgeschäftsstelle der Linken teilte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung mit, dass Eralp während ihres Jurastudiums Mitglied der Roten Hilfe geworden sei. Grund sei ihr Wunsch gewesen, dass »Menschen, die sich für linke und soziale Themen engagieren, einen juristischen Beistand haben, auch wenn sie selbst nicht über die nötigen finanziellen Mittel« verfügten. Danach sei sie »über Jahre passives Mitglied« gewesen. Ihre Mitgliedschaft sei auf ihrer Homepage und der des Abgeordnetenhauses immer transparent gemacht worden. Im vergangenen Jahr sei Eralp »wegen teilweiser anderer politischer Ansichten« aus der Roten Hilfe ausgetreten. Um welche politischen Ansichten es sich konkret handelt, wurde nicht präzisiert. Die Linke hat die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20. September mit Spitzenkandidatin Eralp klar für sich entschieden. Die Partei strebt eine Koalition mit Grünen und SPD an. Gegen Teile des Landesverbands der Linken sind Vorwürfe des Antisemitismus laut geworden, von denen sich die Parteiführung distanziert hat. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.