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10.03.2026
13:21 Uhr
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Der Deutsche Buchhandlungspreis wird nicht auf der Leipziger Buchmesse verliehen. Hintergrund ist die Debatte um den Ausschluss mehrerer Buchhandlungen.

Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) hat die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises abgesagt, die am 19. März auf der Leipziger Buchmesse stattfinden sollte. Hintergrund ist die aktuelle Debatte um den Ausschluss dreier Buchhandlungen von der Kandidatenliste. Die Diskussion um die Streichungen drohe den Sinn der Veranstaltung "zunehmend zu überlagern", teilte ein Sprecher Weimers mit. Eine angemessene Würdigung der Preisträgerinnen und Preisträger scheine "in einem solchen Kontext kaum noch möglich". Die Preise werden trotzdem vergeben. Die ausgewählten Buchhandlungen sollen Preisgeld und Urkunde auf direktem Wege erhalten, die Bekanntgabe der Hauptpreise solle in gesonderter Form erfolgen, teilte der Sprecher mit. Ausgeschlossene Buchläden wollen juristisch vorgehen Die drei Buchhandlungen The Golden Shop aus Bremen, Rote Straße aus Göttingen und Zur schwankenden Weltkugel aus Berlin waren in der vergangenen Woche aufgrund von "verfassungsschutzrelevanten Erkenntnissen" von der Nominiertenliste gestrichen worden . Nach öffentlicher Kritik verteidigte Weimer seine Entscheidung im Kulturausschuss. "Wenn wir mit staatlichen Mitteln Preise verteilen, Fördergelder verteilen, dann geht das nach meiner Überzeugung nicht an Feinde des Staates, das geht nicht an Extremisten", sagte der Kulturstaatsminister. Die Buchhandlungen werden dem linken Spektrum zugeordnet und waren von früheren Kulturstaatsministern für ihre Arbeit gewürdigt worden. Keiner der ausgeschlossenen Buchläden tauchte bisher in den öffentlichen Verfassungsschutzberichten der jeweiligen Bundesländer auf. Die drei Buchhandlungen wollen juristische Schritte gegen den Kulturstaatsminister und gegen den Verfassungsschutz einleiten .