Zeit 09.10.2026
05:00 Uhr

Automarkt: Das könnten Zölle auf chinesische Hybridautos bewirken


Automarkt: Das könnten Zölle auf chinesische Hybridautos bewirken
In den Gespr\u00e4chen, die EU-Handelskommissar Maros Sefcovic derzeit in Peking f\u00fchrt, gilt die M\u00f6glichkeit von Z\u00f6llen auf chinesische Hybridautos als Teil der europ\u00e4ischen Drohkulisse. Doch wie viel k\u00f6nnte ein solches Instrument bewirken? Die Beratung Deloitte hat dies f\u00fcr Plug-in-Hybride in Deutschland analysiert \u2013 Autos, die einen Verbrennungsmotor mit einem Elektromotor und einer Batterie sowie einen Ladeanschluss kombinieren. Der Effekt k\u00f6nnte nach der Untersuchung deutlich sein. Als Beispiel f\u00fcr die Analyse zieht Deloitte dabei die Z\u00f6lle heran, die 2024 auf reine Elektroautos aus China verh\u00e4ngt wurden. Diese h\u00e4tten damals unmittelbar Wirkung gezeigt und in den gro\u00dfen europ\u00e4ischen M\u00e4rkten die Abs\u00e4tze der Stromer aus China sinken lassen. W\u00fcrden nun \u00e4hnliche Z\u00f6lle auf Plug-in-Hybride verh\u00e4ngt, w\u00fcrde das deren Preise im Schnitt um rund 10 Prozent erh\u00f6hen - sofern die zus\u00e4tzlichen Kosten an die Kunden weitergegeben werden. Sollte dies passieren, w\u00fcrde dies die Gesamtnachfrage nach Plug-in-Hybriden in Deutschland nach der Analyse um rund 12 Prozent dr\u00fccken. Explizite Zahlen f\u00fcr die chinesischen Hersteller nennt Deloitte nicht. Es ist aber logisch, dass der Effekt vor allem bei ihnen zuschlagen w\u00fcrde, da sie in diesem Segment stark sind. Wahrscheinlich w\u00fcrde Zoll nicht gleich weitergeben Allerdings glaubt der Leiter des Automobilsektors bei Deloitte, Harald Proff, nicht, dass die Z\u00f6lle automatisch weitergeben w\u00fcrden. \u00abWahrscheinlicher ist, dass die Hersteller zun\u00e4chst auf Margen verzichten\u00bb, sagt er. \u00abF\u00fcr viele chinesische Anbieter hat der europ\u00e4ische Markt derzeit eine so hohe strategische Bedeutung, dass Marktanteilsgewinne wichtiger sein d\u00fcrften als kurzfristige Profitabilit\u00e4t.\u00bb Der Hybrid-Auto-Streit ist in Peking allerdings nur ein Teil der Gespr\u00e4che. Bei ihnen geht es darum, einen gr\u00f6\u00dferen Handelskonflikt abzuwenden. Eine Einigung bei den Hybrid-Autos gilt dabei aber als m\u00f6glicher Schritt in Richtung Deeskalation. Beschr\u00e4nkungen auch f\u00fcr andere L\u00e4nder? Nach Angaben von Diplomaten hat China bis zuletzt Forderungen zur\u00fcckgewiesen, seine stark gestiegenen Exporte von Hybridautos freiwillig zu begrenzen. Drohkulisse ist deswegen nun eine zeitlich befristete Schutzma\u00dfnahme, die chinesische Hybridimporte durch Einfuhrquoten und hohe Z\u00f6lle f\u00fcr dar\u00fcber hinausgehende Lieferungen beschr\u00e4nken w\u00fcrde. Sie k\u00f6nnte vermutlich aber nur dann eingef\u00fchrt werden, wenn sie auch f\u00fcr andere Handelspartner wie Japan, S\u00fcdkorea und Gro\u00dfbritannien gelten w\u00fcrde.Grunds\u00e4tzlich hat sich die EU das Ziel gesetzt, das aus ihrer Sicht nicht mehr tragbare Handelsdefizit mit China von rund einer Milliarde Euro t\u00e4glich zu begrenzen. Dazu soll auch der chinesische Marktanteil bei Hybridautos in der EU auf etwa 15 Prozent begrenzt werden. \u00a9 dpa-infocom, dpa:261009-930-812566/1