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17.03.2026
15:37 Uhr
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Während bei anderen Autoherstellern der Gewinn einbrach, verzeichnete Audi 2025 einen Zuwachs. Das lag nicht nur an einem guten vierten Quartal.

Der Autohersteller Audi hat entgegen dem Trend in der Branche im vergangenen Jahr seinen Gewinn steigern können. Nach Steuern verdiente der Konzern nach eigenen Angaben 4,6 Milliarden Euro – zehn Prozent mehr als 2024. Neben einem guten vierten Quartal verdankt Audi den Anstieg aber vor allem einer Ausgleichszahlung aus dem Mutterkonzern VW . Die Zahlen betreffen den Teilkonzern Audi, zu dem neben der Kernmarke auch Bentley, Lamborghini und Ducati gehören. Insgesamt verdoppelte sich das Finanzergebnis auf 2,2 Milliarden Euro. Der Großteil davon geht auf die Ausgleichszahlung zurück, die Finanzchef Jürgen Rittersberger mit einem hohen dreistelligen Millionenbetrag bezifferte. Das operative Ergebnis sank dagegen um knapp 14 Prozent. "Wir haben ein anspruchsvolles Jahr finanziell robust abgeschlossen", sagte Rittersberger. Unter anderem hatten die neuen US-Zölle Audi 1,2 Milliarden Euro gekostet, die das Unternehmen nicht über höhere Preise weitergeben konnte. Jeweils weitere 0,4 Milliarden Euro kosteten Rückstellungen für CO₂ sowie der vor einem Jahr verkündete Jobabbau. Wettbewerbsdruck in China Audi leidet außerdem unter dem starken Wettbewerbsdruck in China. Im Bereich Elektroautos und Hybride herrsche ein Preiskrieg, sagte Rittersberger. Positiv auf die Audi-Zahlen wirkten neben der Zahlung aus Wolfsburg unter anderem gute Auslieferungszahlen zum Jahresende und "hohe Kostendisziplin". Beim Jobabbau komme Audi voran: Von der ersten Tranche – 6.000 Jobs bis 2027 – habe man 65 Prozent bereits vollzogen oder vertraglich fixiert, sagte Rittersberger. Das entspricht 3.900 Jobs. Bis 2029 sollen es im sogenannten Zukunftspaket insgesamt 7.500 werden. Einen weiteren Stellenabbau werde es nicht geben, sagte Personalvorstand Xavier Ros der Augsburger Allgemeinen . Im laufenden Jahr soll weiter gespart werden. Der Konzern erwartet auch 2026 hohe Belastungen aufgrund der US-Zölle . Man gehe von einem ähnlichen Zollniveau wie 2025 aus, dann aber nicht nur neun, sondern zwölf Monate lang, also mit insgesamt höheren Kosten, sagte Rittersberger. Audi nähert sich BMW und Mercedes Mit dem Gewinnanstieg nähert sich Audi im innerdeutschen Wettbewerb seinen beiden großen Konkurrenten wieder an, da BMW im vergangenen Jahr einen leichten Gewinnrückgang auf 7,5 Milliarden Euro hinnehmen musste, Mercedes sogar einen Absturz auf 5,3 Milliarden Euro. Die Entscheidung über ein mögliches Werk in den USA verzögert sich weiter. Ursprünglich hätte sie schon getroffen sein sollen, sagte Konzernchef Gernot Döllner. Die Entscheidung werde in diesem Jahr im VW-Konzernvorstand getroffen. Anders als etwa Konkurrent BMW hat Audi bisher kein eigenes US-Werk und ist daher besonders stark von den dortigen Zöllen betroffen.