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13.08.2026
09:11 Uhr
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Im ersten Halbjahr sind die Exporte nach Mittel- und Osteuropa um elf Milliarden Euro gewachsen. Das übersteigt den Exportrückgang in die USA und nach China.

Die deutschen Exporteure haben im ersten Halbjahr ihre Ausfuhren nach Mittel- und Osteuropa deutlich gesteigert. Die Exporte in die 29 Länder wuchsen von Januar bis Juni um fast elf Milliarden Euro oder 7,4 Prozent auf 154,4 Milliarden Euro, wie der Ost-Ausschuss der deutschen Wirtschaft mitteilte. Damit konnten die Exporteure dank der Ausfuhren in die Region ihre Verluste aus dem US- und China-Geschäft mehr als ausgleichen: Die Ausfuhren in die beiden größten Volkswirtschaften der Welt brachen im ersten Halbjahr um gut zehn Milliarden Euro ein. Auch beim Volumen ist die Bedeutung Mittel- und Osteuropas höher: Die deutschen Exporte nach China und in die USA machten in den ersten sechs Monaten des Jahres zusammen 111 Milliarden Euro aus. Insgesamt exportierten deutsche Unternehmen im ersten Halbjahr nach Angaben des Statistischen Bundesamtes Waren im Wert von 816,6 Milliarden Euro. Polen nur noch knapp hinter China »Mittel- und Osteuropa hat sich zu einer Schlüsselregion für den deutschen Export entwickelt«, sagte die Vorsitzende des Ost-Ausschusses, Cathrina Claas-Mühlhäuser. »Gerade in einer Phase geopolitischer Unsicherheit, fragiler globaler Lieferketten und wachsenden Protektionismus müssen wir die sich dort bietenden Wachstumschancen noch entschlossener nutzen.« Besonders stark wuchsen demnach die Exporte nach Polen. Sie legten im ersten Halbjahr um 9,2 Prozent auf 53,8 Milliarden Euro zu. Damit ist das Land der viertgrößte Absatzmarkt für deutsche Güter hinter den USA, Frankreich und den Niederlanden – aber deutlich vor China. Die Volksrepublik belegt mit 36,3 Milliarden Euro nur noch Rang neun. Die Ausfuhren nach Tschechien wuchsen sogar um 14 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro. Die Exporte nach Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien und die Slowakei machten zusammen 232 Milliarden Euro und damit mehr als ein Viertel aller deutschen Exporte aus. »Längst eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft« »Mittel- und Südosteuropa können China und die USA natürlich nicht ersetzen«, sagte Claas-Mühlhäuser. »Es wird aber höchste Zeit, die große Bedeutung unserer östlichen Nachbarländer für die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zu erkennen.« Mit ihren attraktiven Investitionsbedingungen und der wachsenden Nachfrage nach deutschen Produkten sei die Region längst eine tragende Säule der deutschen Wirtschaft. Dazu dürfte auch das vergleichsweise starke Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa beitragen: Von den zehn EU-Ländern mit dem größten Wachstum im vergangenen Jahr lagen fünf in der Region. Deutschland verzeichnete hingegen das zweitschwächste Wachstum innerhalb der EU, lediglich in Finnland war die Konjunktur noch schwächer. Der deutsch-russische Handel setzt den Daten des Ost-Ausschusses zufolge seinen Niedergang dagegen fort. Die deutschen Exporte nach Russland gingen um 2,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zurück. Russland liegt damit in der Liste der wichtigsten Zielländer deutscher Güter nur noch auf Platz 49. Im Jahr 2021, also vor Beginn der russischen Vollinvasion in der Ukraine, zählte Russland mit gut 26 Milliarden Euro an dorthin exportieren Waren noch zu den 15 wichtigsten Absatzmärkten.