Zeit 01.10.2026
19:17 Uhr

Abzug der Bundeswehr: Letzte Bundeswehrsoldaten aus Nordirak zurückgekehrt


Nach mehr als einem Jahrzehnt im Irak ist das letzte Bundeswehrkontingent wieder in Deutschland. Zugleich soll es auch künftig eine militärische Kooperation geben.

Abzug der Bundeswehr: Letzte Bundeswehrsoldaten aus Nordirak zurückgekehrt
Als letztes Bundeswehrkontingent sind 28 Soldatinnen und Soldaten aus dem nordirakischen Erbil nach Deutschland zurückgekehrt. Mit deren Rückkehr ende nach mehr als einem Jahrzehnt die deutsche Präsenz in der autonomen Region Kurdistan im Irak, sagte Generalleutnant Günter Katz bei einem feierlichen Appell am Fliegerhorst Wunstorf bei Hannover. Zu Beginn des deutschen Engagements in Erbil 2015 habe der Kampf gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) im Mittelpunkt gestanden, sagte Katz. In den Jahren danach hätten viele Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr zur Stabilisierung der Region beigetragen, etwa mit der Beratung der Peschmerga, der Streitkräfte der Region Kurdistan. Die Bundesregierung respektiere die Entscheidung der irakischen Regierung, die Sicherheit ihres Landes wieder ganz in die eigenen Hände zu nehmen, sagte der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Nils Hilmer. Zugleich sei Deutschland bereits dabei, die Grundlagen für eine künftige Zusammenarbeit mit den irakischen Streit- und Sicherheitskräften zu schaffen, vor allem mit den Peschmerga. Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hatte im Juli gesagt, Deutschland wolle grundsätzlich mit der Bundeswehr in Erbil engagiert bleiben. Seit März verstärkte Angriffe in gesamter Region Insbesondere die vergangenen Monate waren laut Hilmer von einer angespannten Sicherheitslage geprägt. Seit März sei es verstärkt zu Angriffen in der gesamten Region gekommen, auch auf den Luftwaffenstützpunkt, auf dem die deutschen Soldatinnen und Soldaten weitestgehend untergebracht waren. Rund um den Abzug habe es daher immer wieder Planänderungen gegeben, sagte Hilmer. Seit 2015 beteiligte sich die Bundeswehr am internationalen Einsatz gegen den IS im Irak und in Syrien . Das deutsche Engagement umfasste Beiträge zur US-geführten Anti-IS-Koalition Operation Inherent Resolve (OIR) sowie die Stärkung des irakischen Sicherheitssektors, Letzteres vor allem im Rahmen der 2018 begonnenen Nato-Mission Irak. Inzwischen hat sich der Fokus der OIR nach Angaben der Bundeswehr vom Irak nach Syrien verlagert. Erst am Mittwoch war auch das US-Militär vollständig aus dem Irak abgezogen. Damit endete eine Zeit teils stark umstrittener US-Militäreinsätze in dem Land im Nahen Osten, bei denen der frühere Machthaber Saddam Hussein gestürzt und die Terrormiliz IS bekämpft wurde.