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11.03.2026
13:41 Uhr
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Die Freiheit verteidigen – das war Weimers Versprechen. Nun hat ausgerechnet er den Vertrauensverlust zwischen Kultur und Politik verstärkt. Wie konnte das passieren?

Selten war der Vertrauensverlust zwischen Kultur und Politik so groß wie jetzt. Seit Längerem schon sickert das Misstrauen ein. Politiker misstrauen den Künstlern und Kuratorinnen spätestens seit dem Skandal um antisemitische Bildmotive auf der Documenta 15. Umgekehrt fühlen sich Regisseurinnen und Schriftsteller kontrolliert, bevormundet, ja sogar zensiert. Auch gegen Wolfram Weimer gab es sofort starke Vorbehalte, als er vergangenes Jahr zum Staatsminister für Kultur ernannt wurde. Erst konnte er die Kulturszene noch beschwichtigen, er griff die übermächtigen Digitalkonzerne aus Übersee an und verwahrte sich gegen den Vorwurf, ein Kulturkämpfer zu sein. "Verteidigt die Freiheit", gab Weimer damals als Motto aus. Er wolle die "Korridore des Sagbaren" möglichst "weiten", anstatt sie zu "verengen". In einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung schrieb er: "Kultur und Sprache und Debatten sind Ermöglichungsräume, keine Verbotszonen."