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12.03.2026
20:48 Uhr
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Kinder wollen nicht mehr leben, Soldaten quälen ihre Erlebnisse: Drei Kriege innerhalb von drei Jahren bringen die israelische Gesellschaft in einen psychischen Notstand.

In Israel wurden im Jahr 2023 580 Kinder und Jugendliche in die Notaufnahme des landesweit größten Kinderkrankenhauses eingeliefert, weil sie versucht hatten, sich das Leben zu nehmen, oder weil sie Suizidabsichten geäußert hatten. Im Jahr 2024 stieg diese Zahl auf 752. Im Jahr 2025 sogar auf 930 Kinder und Jugendliche. Das israelische Gesundheitsministerium verzeichnete bis Mitte 2025 landesweit einen Anstieg an Suiziden bei Kindern unter 15 Jahren. Die vergangenen Jahre hier waren geprägt von Ausnahmezuständen. Schon vor dem Massaker am 7. Oktober 2023 häuften sich Terroranschläge und innere Gewalt über eine spaltende Regierungspolitik. Dem größten Massaker an Juden seit der Schoah folgte dann ein brutaler Krieg, mit zwei Jahren Raketen- und Drohnenbeschuss auf Israel aus Gaza, dem Libanon, dem Jemen, dem Irak und zuletzt – nach dem Angriff Israels und der USA auf Teheran – zum wiederholten Mal aus dem Iran. 300.000 Soldaten und Soldatinnen wurden in die israelische Armee eingezogen. In einem Land mit nur etwa zehn Millionen Menschen sind das drei Prozent der Bevölkerung. Viele haben Hunderte Tage gedient. Seit Ende Februar befindet sich Israel im dritten Krieg in zweieinhalb Jahren.