|
15.03.2026
10:00 Uhr
|
Auf den Bühnen des Landes wehrt sich Lukas Rietzschel gegen die Abgesänge auf den Osten. Sein neuer Roman zeigt, wie die DDR die Menschen noch heute prägt.

Der erst 31 Jahre alte Schriftsteller Lukas Rietzschel aus Sachsen hat zwei viel beachtete Romane veröffentlicht, drei erfolgreiche Theaterstücke geschrieben und für seine Werke bereits fünf renommierte Literaturpreise erhalten. Er sitzt regelmäßig in Talkshows und auf diversen Bühnen der Republik – als geduldiger Erklärer ostdeutscher Länder, die der Rest der Republik wegen des dortigen großen Erfolgs der AfD, der befremdlichen Russlandliebe, der Ressentiments gegenüber Zuwanderern, Wärmepumpen und Windrädern nicht mehr recht versteht. Rietzschels erster Roman, der Bestseller Mit der Faust in die Welt schlagen (2018), der von radikalisierten Jugendlichen in seiner Heimat handelt, wurde vergangenes Jahr von Constanze Klaue fürs Kino verfilmt und gefeiert. Und bereits vor drei Jahren hat die ARD eine fast einstündige Dokumentation über Rietzschel selbst gedreht – darin kommt auch ein denkwürdiger Auftritt in der Dresdner Frauenkirche mit ihm und seinem Schriftstellerkollegen Uwe Tellkamp ins Bild, der es während der Veranstaltung vorzog, verbittert-komisch fast ausschließlich in Reimen zu sprechen ("Bist du Anti, Trans und Klima, dann grünst du richtig, geht’s dir prima").