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20.03.2026
17:21 Uhr
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Hamburg berechnet die Kosten olympischer Sportstätten auf tausend Euro genau. Der Rest des Konzepts ist noch seltsamer.

Das muss man den Verantwortlichen lassen, die die Olympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 nach Hamburg holen wollen: Ihre Hausaufgaben haben sie gemacht. Das finalisierte Bewerbungskonzept, das in dieser Woche vorgestellt wurde, ist ein Meisterstück in der hohen Kunst des Pläneschmiedens. Es bietet Lösungen für nahezu alle Probleme, die sich bei der Ausrichtung des größten Sportereignisses der Welt stellen. Es beantwortet sogar Fragen, auf die man als Bürger dieser Stadt von selbst wohl gar nicht gekommen wäre. Und es atmet auf jeder seiner vielen Seiten auf beeindruckende Weise das, was man den Geist des Hanseatischen nennen könnte: Mut zur Vision gepaart mit protestantischer Strenge; Selbstbewusstsein, ohne angeberisch zu klingen; Verantwortungsbewusstsein gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, aber auch ein gewisses Oberlehrertum, weil man in dieser seit Jahrhunderten erfolgreichen Kaufmannsstadt immer alles ein bisschen besser weiß. Ein Dokument wie aus einem Guss: logisch, vernünftig und so seriös, wie es die Versammlung Ehrbarer Kaufleute zu Hamburg seit mehr als 500 Jahren sein will.