Zeit 13.03.2026
07:11 Uhr

(+) Oliver Klose: "Konflikte im Arbeitsleben sind bedrohlich"


Oliver Klose ist Vorsitzender am Bundesarbeitsgericht. Hier erklärt er, warum er seine Arbeitszeit nicht erfasst und wann das Verhältnis zum Chef final gestört ist.

(+) Oliver Klose:
Oliver Klose war der Erste in seiner Familie, der studierte. Eigentlich hätte er einfach den Klempnerbetrieb seiner Eltern übernehmen können. Doch er wurde Jurist und ist heute am höchsten Arbeitsgericht des Landes. DIE ZEIT: Sie waren in Ihrer Laufbahn an mehreren Arbeitsgerichten tätig, seit 2011 sogar am höchsten in Deutschland. Welcher Fall beschäftigt Sie bis heute? Oliver Klose: Sicherlich der Prozess, in dem es darum ging, ob Urlaub bei Menschen, die über mehrere Jahre erkrankt sind, verfallen kann. Zu der Entscheidung war ich gerade einmal ein Jahr am Bundesarbeitsgericht. Laut dem europäischen Recht darf Urlaub prinzipiell nicht verfallen, jedenfalls nicht in den ersten zwölf Monaten nach Jahresende. Das deutsche Gesetz war hingegen lange so verstanden worden, dass Urlaub auch bei einer Erkrankung drei Monate nach Ende des Jahres verfällt, wenn er nicht genommen worden ist.