|
05.10.2026
18:31 Uhr
|
Zwei Monate nach dem Massenandrang harren noch immer Tausende Migranten in Ceuta aus. Sie hoffen weiter auf Asyl – auch wenn die Stimmung in der Exklave kippt.

Nach 43 Tagen gibt Zacharias auf. Er lässt seine Füße von einer Mauer am Playa Tramaguera im Süden von Ceuta herunterbaumeln; eine filzige Haarsträhne steht von seinem Hinterkopf ab. Er blickt auf das Meer in Richtung der Landzunge, von der er Ende Juli aus Marokko in die spanische Exklave herübergeschwommen ist. Hinter ihm falten Jawad, Taufiq und Hamza die Decken, auf denen sie tagsüber sitzen, essen, warten. »In der Gruppe ist man sicherer«, sagt Jawad. Sie sind Mitte 20 und verbringen jeden Tag zusammen. Eines Tages sah Jawad, breite Schultern, kantiges Kinn, wie eine Gruppe einen gehörlosen Jungen hänselte. Zacharias. Jawad nahm ihn auf, er wurde Teil der Gruppe.