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29.09.2026
19:03 Uhr
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Die vom Westen angeführte Welt sei Geschichte, sagt die UN-Expertin Attiya Waris. Doch die UN könnten dadurch gestärkt werden. Das zeigt ausgerechnet ein Steuerabkommen.

Wir leben in Zeiten, die uns einiges Kopfzerbrechen bereiten. Deshalb fragen wir in dieser Serie, was interessante Köpfe gegenwärtig bedenkenswert finden. Heute antwortet die kenianische Juristin und Politologin Attiya Waris. DIE ZEIT: Attiya Waris, worüber denken Sie gerade nach? Attiya Waris: Über die digitale Ökonomie und globale Geldströme. Und darüber, wie der rasante Boom der Digitalwirtschaft globale Ungleichheiten verschärft. ZEIT: Was meinen Sie damit? Waris: Nehmen wir an, ich lebe in Kenia oder Ruanda und suche etwas bei Google. Auf meinem Bildschirm erscheint Werbung. Wer verdient daran? Das Geld fließt in die USA, wo Google sitzt. Dasselbe gilt für Cloud- oder Streaming-Dienste. Die großen Digitalkonzerne machen die Aufmerksamkeit von Hunderten Millionen Nutzern im Globalen Süden zu Geld, zahlen dort aber kaum Steuern. Ein großer Teil der Weltbevölkerung trägt also zur Wertschöpfung vor allem US-amerikanischer Techkonzerne bei, hat aber wenig davon. Afrikanische Staaten wollen das nun ändern.