Zeit 07.10.2026
09:59 Uhr

(+) AfD in Sachsen-Anhalt: Die Wahrheit, der wir uns stellen müssen


Im neuen Landtag sitzt die AfD mitten im Raum. Das ist mehr als eine Sitzordnung. Das Bild zeigt, wie die Partei in Sachsen-Anhalt vom Rand ins Zentrum gerückt ist.

(+) AfD in Sachsen-Anhalt: Die Wahrheit, der wir uns stellen müssen
Wäre der Landtag in Magdeburg ein Konzertsaal, hätte Ulrich Siegmund den besten Sitz im Parkett. Seine AfD-Fraktion hat sich den Block in der Mitte gesichert, direkt gegenüber dem Rednerpult, mit Blick auf die Fensterfront mit dem Wappen von Sachsen-Anhalt. Gestern, als ihr Parteigenosse Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt wurde, trugen die Abgeordneten helle Hemden zu Anzügen, die Looks rangierten vom Trauzeugen in Beige (Rausch) bis zum seriösen Banker (Siegmund). In der deutschen Nachkriegsgeschichte ist Rausch der erste Parlamentspräsident, der aus einer rechtsextremen Partei stammt. 48 Stimmen hat er bei seiner Wahl erhalten, vier Stimmen mehr, als AfD und BSW zusammen Sitze im Landtag haben. Wie die ZEIT berichtet, könnten die zusätzlichen Stimmen von einzelnen CDU-Abgeordneten gekommen sein. Dass der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze Überläufer vorher ausgeschlossen und sich dies von seinen Parteikollegen per Unterschrift hatte bestätigen lassen, wirkt nun umso hilfloser.