Thüringens Ex-Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat in der Debatte über Antisemitismus bei der Berliner Linken seinen Parteikollegen Ferat Koçak zu einer Klarstellung aufgefordert. „Ferat muss seine Verbindungen zu den Remmos und zu PFLP-nahen Organisationen aufklären“, sagte er der „taz“. Wenn der Bundestagsabgeordnete Koçak die Linken-Spitzenkandidatin Elif Eralp unterstützen wolle, müsse er schnell für Klarheit sorgen. Seit dem Wahlsonntag wird bundesweit über Antisemitismus bei der Linken und Kontakte von Parteimitgliedern ins Clan-Milieu diskutiert. Großen Wirbel verursachte eine Wahlparty des Linke-Kreisverbands Berlin-Neukölln (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ab0d66d4607f89d76e3c685/berlin-wir-sind-teil-von-etwas-grossem-sohn-von-clan-chef-meldet-sich-nach-linken-wahlparty-zu-wort.html) , bei der am Sonntagabend neben einer bekannten Clan-Größe auch ein propalästinensischer Aktivist anwesend war, der der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) nahesteht, die von der EU als Terrororganisation eingestuft wird. Die Linke dürfe sich selbst keine Doppelstandards erlauben: „Wir können nicht andere Parteien kritisieren, wenn sie Gewalt tolerieren, aber schweigen, wenn so etwas bei uns passiert. Wir sind doch eine antimilitaristische Partei.“ Der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Koçak war neben dem Aktivisten auf Fotos von der Wahlparty in sozialen Medien zu sehen. Ramelow sagte: „Wer Israel eliminieren will wie die PFLP, darf für die Linke kein Gesprächspartner und kein Freund sein.“ Koçak war zudem unter Druck geraten, weil er in Chatkontakt mit einem Sohn der dem Clan-Milieu zugeordneten Großfamilie Remmo gestanden und ihn um Hilfe bei der Verbreitung eines Videos gebeten hatte, in dem sich Koçak kritisch mit dem Begriff Clan-Kriminalität auseinandersetzt. Mehrere Mitglieder dieser Familie wurden wegen zahlreicher Verbrechen und Gewalttaten verurteilt. Ramelow sagte, es helfe nichts, sich darüber zu beklagen, „dass der Remmo doch auch mal bei der CDU zu Gast war. Das wird nichts nutzen.“