Der wegen des Mordes an vier Studenten (verlinkt auf https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/panorama_nt/article-688136460e680a76f4e93845/vier-studenten-in-idaho-getoetet-mann-bekommt-lebenslang.html) im US-Bundesstaat Idaho zu lebenslanger Haft verurteilte Mann will sein Schuldeingeständnis zurückziehen. Sein Geständnis habe auf „falschen Versprechen und eklatanten Falschinformationen“ beruht, erklärte Bryan Kohberger in einem Interview mit der „ New York Times (verlinkt auf https://www.nytimes.com/2026/07/27/us/bryan-kohberger-idaho-college-deaths.html) “ aus dem Gefängnis. Deshalb habe er einen Antrag zur Wiedereröffnung des Verfahrens eingereicht. „Meine tatsächliche Unschuld ist meine Wahrheit.“ Seine Anwälte hätten entlastende Beweise nicht offengelegt oder geprüft und ihm Versprechungen darüber gemacht, wie das Leben im Gefängnis aussehen würde, sagte Kohberger. Diese Zusagen hätten ihn dazu veranlasst, ein Geständnis abzulegen. Es ist die erste öffentliche Erklärung Kohbergers bislang. Der Fall hatte im November 2022 die USA schockiert. Die Studenten – drei Frauen und ein Mann – waren 20 und 21 Jahre alt, als sie in ihrem Wohnhaus in der Nähe der Uni von Idaho erstochen wurden. Den Ermittlern bot sich ein grausiges Bild. Fotos vom Tatort zeigten eine dunkle Flüssigkeit, offenbar Blut, die aus dem Hausinneren durch die Außenwand bis auf das Fundament gelaufen war. Später veröffentlichte Aufnahmen dokumentierten Blutspuren auf Böden, Wänden und Bettwäsche sowie eine Handspur an einem Fenster. Zwei Mitbewohner überlebten die Tat. Der zu vier aufeinanderfolgenden lebenslangen Haftstrafen verurteilte Kohberger, ein früherer Kriminologie-Doktorand, hatte sich schuldig bekannt, um der Todesstrafe zu entkommen. Es gab deswegen auch keinen ausführlichen Prozess. Die Staatsanwaltschaft hatte vor Gericht Beweise vorgelegt, darunter eine am Tatort gefundene Messerscheide mit der DNA des Verdächtigen. Kohberger war rund sechs Wochen später im Haus seiner Eltern in Pennsylvania festgenommen worden. Opfer-Familie kritisiert den Verurteilten Der Verurteilte sagte der „New York Times“ zufolge, er sei nicht besorgt darüber, dass ihm bei einer Verurteilung in einem neuen Verfahren die Todesstrafe drohen könnte. Er wollte sich in dem Interview der Zeitung nicht zu möglichen Belegen für seine Behauptung äußern. Kohbergers jetzige Darstellung steht im Widerspruch zu seinen Aussagen vor Gericht im Juli 2025. Damals bestätigte er auf ausdrückliche Nachfrage des Richters, sich schuldig zu bekennen, weil er die Taten begangen habe. Zudem erklärte er unter Eid, mit der Arbeit seiner Verteidiger zufrieden zu sein. Nach Ansicht einer vom „Idaho Statesman“ befragten Strafverteidigerin dürfte es schwierig werden, eine unzureichende Vertretung durch seine früheren Anwälte nachzuweisen. Die Staatsanwaltschaft äußerte sich unter Hinweis auf das laufende Verfahren bislang nicht. Die Familie des Opfers Kaylee Goncalves reagierte empört und verglich Kohberger mit einer „Mücke, die man einfach nicht erschlagen kann“. Es sei die eigentliche Tragödie, dass so viel Energie für den Versuch aufgewandt werde, einen Schuldigen zu befreien, statt die Opfer zu würdigen. Kohberger habe sich bewusst gegen ein Geschworenenverfahren entschieden, seine Schuld eingeräumt und im Gegenzug genau die Vereinbarung erhalten, die sein Leben vor der Todesstrafe bewahrt habe, erklärte die Familie.