Welt 17.08.2026
15:03 Uhr

Sprache, Sprechen, Motorik – immer mehr Hamburger Kita-Kinder werden zu Problemfällen


Sprach- und Motorikstörungen treffen in Hamburg vor allem Jungen – die Barmer-Studie zeigt, wie früh Kinder ins Hintertreffen geraten.

Sprache, Sprechen, Motorik – immer mehr Hamburger Kita-Kinder werden zu Problemfällen

Fast jedes vierte Kind im Kita-Alter in Hamburg hat Schwierigkeiten mit der Sprache, dem Sprechen oder der Motorik. Das geht aus dem Kinderatlas der Krankenkasse Barmer hervor. Demnach hatten 2024 rund 22,8 Prozent der Hamburger Kinder, die noch nicht zur Schule gehen, eine ärztlich dokumentierte Sprach- oder Sprechstörung. Das entspreche mehr als 16.500 Mädchen und Jungen. Der Wert habe sich im Vergleich zu 2005 mehr als verdreifacht. Allerdings wurden in der Zwischenzeit auch verpflichtende Untersuchungen von Kindern mit einem mehr als einjährigen Vorlauf vor der Einschulung, die sogenannten Viereinhalbjährigen-Gespräche – hinzugenommen. Inwieweit dabei festgestellte mögliche oder tatsächliche Entwicklungsstörungen auch Einfluss auf anschließende Arztbesuche und damit auch auf die Statistik haben, ist unklar. Viele motorische Entwicklungsstörungen Zudem seien laut dieser Studie bei 6,7 Prozent der Kinder unter sechs Jahren motorische Entwicklungsstörungen festgestellt worden. Hochgerechnet seien das rund 7200 Kinder in der Hansestadt. In beiden Fällen seien Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Gerade mit Blick auf den Schulstart – in Hamburg enden die Sommerferien an diesem Mittwoch – seien diese Fähigkeiten wichtig, sagte Barmer-Landesgeschäftsführerin Susanne Klein laut Mitteilung. „Kinder brauchen von Anfang an Gelegenheiten zum Sprechen, Spielen und Bewegen, um sich gesund zu entwickeln.“ Sie empfahl Eltern, mögliche Auffälligkeiten deshalb frühzeitig kinderärztlich abklären zu lassen. „Je früher Unterstützung beginnt, desto besser sind die Entwicklungschancen der Kinder.“ Für die Auswertung der Sprech- und Sprachstörungen wurden Daten von Kindern im Alter von zwei bis fünf Jahren berücksichtigt, bei den motorischen Störungen Daten von Kindern bis zum Alter von fünf Jahren.