Welt 13.07.2026
08:03 Uhr

Sam Neill ist tot – „Jurassic Park“-Star stirbt im Alter von 78 Jahren


Als Dr. Alan Grant in „Jurassic Park“ oder als russischer Kapitän in „Jagd auf Roter Oktober“ feierte er Welterfolge. Nun ist der Schauspieler Sam Neill im Alter von 78 Jahren gestorben.

Sam Neill ist tot – „Jurassic Park“-Star stirbt im Alter von 78 Jahren

Zum Star wurde Sam Neill als ein Wissenschaftler, der Kinder nicht leiden kann. In „Jurassic Park“ ist er als Paläontologe nicht eben begeistert, dass junge Menschen so viel über Dinosaurier wissen – und wissen wollen. Gottlob für den Film kommen aber bald echte Dinos vorbei, die ihn von den Kindern ablenken. Na ja, ein bisschen. Der neuseeländische Schauspieler Sam Neill ist tot. Dies wird in einem Statement auf seiner offiziellen Instagram-Seite mitgeteilt. Demnach kam sein Tod „plötzlich und unerwartet“. Neill sei im Kreise seiner Familie mit derselben Würde aus dem Leben getreten, die sein ganzes Leben geprägt habe. In der Mitteilung hieß es zudem, dass der Star „krebsfrei“ gewesen sei. Er hatte selbst eine Krebs-Erkrankung und die anschließende Chemotherapie öffentlich gemacht. Neuseelands Premierminister Christopher Luxon würdigte Neill in einer Erklärung als „einen der Großen“. „Er begann zu einer Zeit, als es kaum eine Filmindustrie gab, von der man sprechen konnte“, schrieb der Regierungschef. Geboren wurde Nigel John Dermot Neill 1947 in Nordirland, seine Mutter war Engländerin, sein Vater ein neuseeländischer Soldat, der mit der Familie 1954 zurück nach Neuseeland zog. Sam Neill besaß deshalb drei Staatsbürgerschaften, die irische, englische und neuseeländische. Die langjährige Schauspielkarriere begann in den 1970er Jahren und brachte ihm dutzende Rollen in Film und Fernsehen ein. Neill gehörte einer Riege Schauspieler und Regisseuren an, die im Zuge eines Booms der australischen Filmindustrie ab den 1970ern weltbekannt wurden, darunter Paul Hogan, Mel Gibson, Geoffrey Rush, Russell Crowe, Jane Campion, Peter Weir und Gillian Armstrong. Einem Publikum außerhalb Neuseelands wurde Neill auch 1988 mit dem Film „Todessstille“ (Dead Calm) bekannt, einem Thriller über drei Menschen auf zwei Segelbooten weit draußen vor der Küste. Das Besondere an diesem Film ist, dass gleich noch eine weitere Welt-Karriere hier ihren Anfang nahm. Die Ehefrau spielte nämlich die damals 20 Jahre alte Nicole Kidman. Im U-Boot-Drama „Jagd auf Roter Oktober“ ist Neill der Russe, der unbedingt nach Montana möchte, um dort in Ruhe leben zu können. Er tritt als Fregattenkapitän in gespannter Ruhe auf, voller Würde, die aber nie die von Sean Connery als Kapitän überstrahlt. Ähnlich ist es in „Das Piano“. Als gehörnter Ehemann spielt er in Jane Campions feministischem Drama alle Facetten von Aggression und schurkischem Patriarchat aus, ohne den Film an sich reißen zu wollen. Als Dr. Alan Grant, so der Name seines berühmten Dino-Helden, trat noch in zwei weiteren Jurassic-Filmen auf, 2001 in „Jurassic Park III“ und 2022 in „Jurassic World: Ein neues Zeitalter“. Über viele Jahre war Sam Neill eine verlässliche Größe im Hollywood-Kino, oft in prägnanten Nebenrollen, als Zauberer, als besorgter Vater, als brutaler Polizist in der Serie „Peaky Blinders“ oder als Kardinal Wolsey, Lordkanzler von Heinrich VIII. in der Serie „Die Tudors“. Königin Elizabeth II. adelte Sir Nigel für seinen „herausragenden Beitrag zum Film“. Im März 2022 wurde bei ihm Leukämie festgestellt, 2023 machte er die Krebserkrankung öffentlich. Es habe „sehr dunkle Tage“ gegeben, offenbarte der damals 75-Jährige. Vor allem, als er beim Blick in den Spiegel „einen kahlen, verhutzelten alten Mann“ gesehen habe. Er versuchte dennoch, positiv zu bleiben. „Ich habe keine Angst vor dem Sterben“, sagte Neill und stellte klar: „Ich möchte nur nicht aufhören zu leben, weil ich das Leben wirklich genieße.“ In Neuseeland galt Neill als bescheidener und unprätentiöser Prominenter, der mit Starkult wenig anfangen konnte. Als Winzer produzierte er unter dem Markennamen Two Paddocks Pinot Noir und Riesling auf der Südinsel Neuseelands. In sozialen Medien veröffentlichte er oft Bilder seiner Farmtiere, von denen viele nach Schauspielern benannt wurden. So hieß ein Huhn nach Laura Dern, die Ente nach Kylie Minogue und eine Kuh nach Helena Bonham Carter.