Welt 07.09.2026
16:55 Uhr

Russland schließt als Vergeltungsmaßnahme deutsches Generalkonsulat in St. Petersburg


Nach dem mutmaßlich russischen Drohnen-Angriff am Flughafen Leipzig/Halle schließen beide Staaten Vertretungen. Russland beendet nun die Arbeit des deutschen Generalkonsulats in St. Petersburg.

Russland schließt als Vergeltungsmaßnahme deutsches Generalkonsulat in St. Petersburg
Er wollte die AfD halbieren, nun haben die Wähler in Sachsen-Anhalt seine Partei halbiert: Bundeskanzler Friedrich Merz in Berlin.
RALF HIRSCHBERGER/AFP

Russland schließt als Vergeltungsmaßnahme im Zusammenhang mit dem Leipziger Drohnen-Angriff nach den Goethe-Instituten auch das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg. Die deutsche Vertretung in St. Petersburg müsse ihre Arbeit bis spätestens 18. September einstellen, teilte das russische Außenministerium am Montag mit. Zudem müssten die deutschen Goethe-Institute ihre Aktivitäten in Russland beenden. Deren Mitarbeiter wurden aufgefordert, das Land bis spätestens 13. September zu verlassen. Moskau reagiert damit auf die Entscheidung der Bundesregierung, das russische Konsulat in Bonn sowie ein russisches Kulturzentrum in Berlin zu schließen. „Es waren die deutschen Behörden, die einmal mehr eine neue Eskalationsrunde in den bilateralen Beziehungen provoziert haben“, erklärte das russische Außenministerium weiter. Die Bundesregierung trage die volle Verantwortung für die Folgen. Kremlchef Wladimir Putin nannte die deutschen Strafmaßnahmen einen „schweren Fehler“ und sprach von gefälschten Belegen. Außenminister Sergej Lawrow nannte die deutschen Vorwürfe gegen Moskau wegen des versuchten Sprengstoffanschlags am Flughafen in Leipzig gar den „Beginn eines echten Krieges“. Die deutschen Sanktionen wie die Schließung des russischen Generalkonsulats in Bonn und des Kulturinstituts in Berlin erinnerten ihn an den Beginn des Zweiten Weltkriegs, sagte Lawrow. Offenbar wollten die Deutschen wieder Krieg, wurde er auf der Website der Nachrichtensendung „Westi“ zitiert. Der russische Chefdiplomat ist für seine harte Wortwahl bekannt. Deutschland hatte seine Maßnahmen mit einem mutmaßlichen russischen Drohnen-Angriff auf den Flughafen Leipzig/Halle begründet. Das russische Außenministerium wies diese Vorwürfe als absurde Erfindung zurück. Vergangene Woche hatte die russische Regierung bereits angekündigt, die Goethe-Institute in Moskau, St. Petersburg und Jekaterinburg zu schließen. Die Bundesregierung bedauerte diesen Schritt.