Welt 15.03.2026
20:29 Uhr

Rechtspopulisten in mehreren französischen Städten vorn


Die Wahlbeteiligung lag unter 50 Prozent. Ersten Hochrechnungen zufolge liegen die Rechtspopulisten der Partei Rassemblement National bei den französischen Kommunalwahlen in mehreren Städten in Führung.

Rechtspopulisten in mehreren französischen Städten vorn

Bei den Kommunalwahlen in Frankreich zeichnen sich mehrere Siege der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) ab. Hochrechnungen zufolge liegt in der südfranzösischen Hafenstadt Toulon die RN-Abgeordnete Laure Lavalette mit 39,4 Prozent der Stimmen vorn, etwa neun Punkte mehr als die unabhängige Amtsinhaberin Josée Massi. Falls sich das Ergebnis bestätigt, wäre es ein wichtiger Sieg für den RN, der 1995 in Toulon bereits einmal den Bürgermeister stellte. Zudem wurde der RN-Bürgermeister von Perpignan, Louis Aliot, Hochrechnungen zufolge bereits in der ersten Runde mit absoluter Mehrheit im Amt bestätigt. Perpignan war zuletzt die größte Stadt mit einem RN-Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl hatten bis 17:00 Uhr nach Angaben des Innenministeriums nur 48,9 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Das waren zwar zehn Prozentpunkte mehr als beim bisher letzten Urnengang 2020, der inmitten der Covid-19-Pandemie stattfand und von einer historisch hohen Wahlbeteiligung geprägt war. Im Vergleich zum letzten regulären Urnengang 2014 lag die Beteiligung am Sonntag bis 17:00 Uhr um fast sechs Prozentpunkte niedriger. In Paris liegt der sozialistische Kandidat Emmanuel Grégoire nach dem ersten Durchgang vorn. Hochrechnungen zufolge kam er am Sonntag in der Hauptstadt auf rund 38 Prozent der Stimmen und landete damit weit vor der konservativen Kandidatin, Ex-Kulturministerin Rachida Dati. Sie kam auf 24 Prozent. Mitte-Rechts-Kandidat Pierre-Yves Bournazel und die linkspopulistische Kandidatin Sophia Chikirou haben sich nach Hochrechnungen mit je knapp 13 Prozent ebenfalls für die zweite Runde qualifiziert. Die rechtsextreme Kandidatin Sarah Knafo liegt hingegen genau bei zehn Prozent, was der Hürde für die zweite Runde entspricht. Die sozialistische Amtsinhaberin Anne Hidalgo, die Paris zur Fahrradstadt gemacht hat, wollte nach zwölf Jahren im Amt nicht erneut antreten. Grégoire stand jahrelang in Hidalgos Schatten und will ihre Politik fortsetzen. Er will zudem den Akzent auf Paris als Stadt der Kultur legen. Er wird auch von den Grünen unterstützt. Die Wahl gilt als Stimmungstest für die Präsidentschaftswahl 2027. Die Ergebnisse sind jedoch nur mit Einschränkungen auf die nationale Lage übertragbar, da viele Kandidatinnen und Kandidaten antreten, ohne sich formell zu einer Partei zu bekennen.