Welt 07.08.2026
12:00 Uhr

Offshore-Windsteuern: Niedersachsen weist Millionen an Wilhelmshaven


Offshore-Windsteuern: Niedersachsen weist Millionen an Wilhelmshaven

Die Gemeinde Oststeinbek kassierte 94 Millionen Euro Gewerbesteuer für einen Windpark vor Juist – das Land Niedersachsen hat nun entschieden, dass solche Einnahmen grundsätzlich nach Wilhelmshaven fließen sollen. Andere Kommunen protestieren dagegen. Eine unerwartete Steuernachzahlung in Höhe von 94 Millionen Euro hat die schleswig-holsteinische Gemeinde Oststeinbek in die bundesweite Debatte über Offshore-Gewerbesteuern katapultiert. Ein dort ansässiges Unternehmen betreibt einen Windpark in der Nordsee vor der ostfriesischen Insel Juist – und muss die Gewerbesteuer laut Steuerrecht am Betriebssitz des Unternehmens zahlen. Oststeinbek, ein Ort mit rund 9.000 Einwohnern östlich von Hamburg, erhielt so eine Zahlung in außerordentlicher Höhe. Das Land Niedersachsen hat daraufhin eine grundsätzliche Entscheidung getroffen: Gewerbesteuereinnahmen für Offshore-Windparks vor der niedersächsischen Küste sollen an Wilhelmshaven fließen. Die Stadt gilt als zentraler Anlandepunkt für die Offshore-Energieinfrastruktur Niedersachsens. Andere niedersächsische Kommunen, die Kabeltrassen beherbergen oder als Anlandepunkte dienen, gehen damit leer aus. Ob und wie sich betroffene Kommunen dagegen wehren können, ist noch offen. Für viele Kommunalhaushalte stehen dabei Millionensummen auf dem Spiel.