Nach dem Rückzug des Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak aus der Öffentlichkeit hat sich Firas Remmo, der Sohn des Berliner Clan-Oberhaupts Issa Remmo, mit zwei Instagram-Storys zu Wort gemeldet. Hintergrund ist die Debatte um einen Chatkontakt zwischen Koçak und Remmo (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ab275a367ff1f5bff5872ad/ferat-kocak-nach-kontakten-zu-remmo-clan-linken-politiker-laesst-funktionen-ruhen.html) , den der Abgeordnete inzwischen als Fehler bezeichnet hat. In seinen Beiträgen betonte Firas Remmo, er sei in Berlin geboren und aufgewachsen und pflege persönliche Beziehungen unabhängig von politischen Überzeugungen oder gesellschaftlichem Hintergrund. Im Laufe seines Lebens habe er Menschen unterschiedlicher politischer Richtungen kennengelernt und nach eigenen Angaben bei Wahlen unter anderem SPD, CDU, FDP und zuletzt auch die Linke unterstützt. „Gleichzeitig habe ich im Laufe der Jahre gelernt, dass politische Beziehungen und persönliche Freundschaften zwei völlig unterschiedliche Dinge sind“, schrieb er. Zugleich wandte sich Remmo gegen den Begriff „Clan“. Dieser werde häufig in einem negativen Zusammenhang verwendet und vermittle ein Bild, mit dem sich seine Familie nicht identifiziere. „Wir lehnen diese pauschale Bezeichnung für unsere Familie ausdrücklich ab“, erklärte er. „Wir sind ganz normale Menschen, die in dieser Stadt leben, arbeiten, Familien gegründet haben und ihren eigenen Weg gehen“, schrieb Firas Remmo, der von den Berliner Sicherheitsbehörden laut Medienberichten als Intensivtäter geführt wird. „Dass ich Kontakt zu einzelnen Politikern habe oder hatte, ist deshalb für mich grundsätzlich nichts Außergewöhnliches.“ Er habe Menschen unterstützt, wenn sie seinen Rat oder seine Hilfe benötigt hätten, und lasse Freunde auch in schwierigen Situationen nicht fallen. Er wünsche sich, dass die aktuelle Debatte sachlich bleibe und „die Dinge nicht größer gemacht werden, als sie tatsächlich sind“. An medialen Auseinandersetzungen und persönlicher Hetze werde er sich nicht beteiligen, kündigte er an. Die arabischstämmige Großfamilie Remmo kam in den 80er Jahren aus dem Libanon nach Berlin und soll heute mehrere Hundert Mitglieder haben. Einen Teil von ihnen ordnet die Polizei dem kriminellen Clanmilieu zu. Vor allem junge Männer aus der Großfamilie wurden wegen zahlreicher Verbrechen und Gewalttaten als Verdächtige gefasst und verurteilt. Oft machten sie Schlagzeilen – etwa nach dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze aus einem Berliner Museum. Clan-Oberhaupt Issa Remmo selbst hatte am Sonntagabend eine Wahlparty der Linken in Neukölln besucht – was ebenfalls großen Wirbel auslöst. Die Union nennt die Linkspartei wegen der Geschehnisse seit der Wahlparty (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6ab253b4b1857e86757aa9e3/der-fall-ferat-kocak-jetzt-rufen-die-gruenen-reichinnek-auf-den-linke-abgeordneten-mit-clan-kontakten-auszuschliessen.html) ein Sicherheitsrisiko. Der Innenexperte der CDU-Fraktion im Bundestag, Alexander Throm, meinte: „Sollte die Linke in Berlin regieren, muss der Bund prüfen, welche sensiblen Sicherheitsdaten er mit dem Senat noch teilen kann.“ SPD und Grüne müssten jetzt entscheiden, „ob sie Berlins Sicherheit für ein paar Senatorenposten opfern, oder ob sie zur politischen Mitte stehen“.