Welt 08.09.2026
17:53 Uhr

Israel schließt britisches Konsulat und verhängt Einreiseverbote für Politiker


Nach neuen britischen Sanktionen gegen israelische Siedlungen im Westjordanland kündigt Israel Gegenmaßnahmen an. Das Konsulat in Jerusalem wird geschlossen, mehrere Staatsbürger werden sanktioniert, darunter auch ein bekannter Labour-Politiker.

Israel schließt britisches Konsulat und verhängt Einreiseverbote für Politiker

Israel hat wegen Großbritanniens Sanktionen gegen Siedlungen im Westjordanland Gegenmaßnahmen verkündet. So werde das britische Konsulat in Jerusalem geschlossen, sagte Israels Außenminister Gideon Saar (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article6948eb95ba368aa0126a05a9/gideon-saar-heute-werden-juden-weltweit-gejagt-israels-aussenminister-ruft-zu-auswanderung-nach-israel-auf.html) am frühen Abend in Jerusalem. Zudem dürfen israelischen Angaben zufolge zwölf britische Politiker und Aktivisten nicht mehr nach Israel einreisen, darunter der britische Ex-Labour-Chef Jeremy Corbyn, der die Partei wegen seines antisemitischen Kurses verlassen musste (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/ausland/article218894908/Labour-schliesst-Ex-Parteichef-Corbyn-wegen-Antisemitismus-Vorwuerfen-aus.html) . Weiterhin sollen laut Saar britische Vertreter das sogenannte „International Gaza Support Center“ in Israel verlassen. Er kontrolliert die Einhaltung der Waffenruhe und befasst sich mit humanitärer und logistischer Hilfe für die Menschen im Gazastreifen (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/gaza-streifen/) . Großbritannien werde zudem nicht länger an der Ausbildung von palästinensischen Sicherheitskräften im Westjordanland (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/westjordanland/) beteiligt sein, sagte der israelische Außenminister weiter. London sanktioniert Siedlungen im Westjordanland Zuvor hatte Großbritannien ein Verbot für die Einfuhr von Waren aus israelischen Siedlungen im Westjordanland verkündet. Das sei Teil einer größeren Neuausrichtung der Beziehungen zu Israel, sagte Außenminister Ed Miliband (verlinkt auf https://www.welt.de/themen/ed-miliband/) . Großbritannien betrachte künftig nicht nur israelische Siedlungen, sondern die gesamte israelische Besatzung des Westjordanlands offiziell als illegal. Zudem werde auch jeder, der den Bau neuer Siedlungen unterstütze oder finanziere, mit Sanktionen belegt, so Miliband weiter. Zu den Unterzeichnern zählen neben Frankreich, Großbritannien und Kanada auch Dänemark, Spanien, Finnland, Irland, Island, Norwegen, Polen, Portugal und Schweden. Deutschland ist an der Initiative nicht beteiligt. Die eng mit Israel verbündeten USA wollen sich nach Angaben von Außenminister Marco Rubio ebenfalls nicht anschließen. Miliband, der selbst aus einer jüdischen Familie stammt, betonte ausdrücklich das Existenzrecht Israels, das nicht in Frage gestellt werden dürfe. Es gehe jedoch darum, die Möglichkeit zu einer Zweistaatenlösung, am Leben zu erhalten. Diese werde unverhohlen untergraben von Teilen der israelischen Regierung.