Welt 14.09.2026
10:40 Uhr

Forscherin sucht Rotbeinfrosch. Dann entdeckt sie einen riesigen Zahn im Bach


Die Geomorphologin Brigid Lynch untersuchte in einem kalifornischen Wald eigentlich den Lebensraum von Fröschen. Doch in einem Bach fällt ihr ein ungewöhnlich geformter Gegenstand auf. Was sie dort findet, ist Tausende Jahre alt.

Forscherin sucht Rotbeinfrosch. Dann entdeckt sie einen riesigen Zahn im Bach

Brigid Lynch arbeitete an einem bewaldeten Bachlauf in einer bergigen Region der San Francisco Bay Area, als ihr ein ungewöhnlicher Gegenstand ins Auge fiel. Es stellte sich heraus, dass es sich um den versteinerten Zahn eines Pazifischen Mastodons handelte. „Als Geomorphologin habe ich schon so einiges im Gelände gesehen, aber definitiv nichts so Aufregendes wie das hier“, wird Brigid Lynch in einer Mitteilung (verlinkt auf https://www.openspace.org/about/press/10000-year-old-fossilized-mastodon-tooth-discovered-midpen-preserve) zitiert. „Ich mache immer wieder Witze darüber, dass er nicht schwer zu finden war“, sagte sie. „Er lag einfach mitten im Bach, halb im Wasser, halb außerhalb.“ Lynch machte den Fund Anfang dieses Jahres während der Arbeiten an einem Projekt. Das Projekt widmete sich dem gefährdeten Kalifornischen Rotbeinfrosch. Die Forscher versuchten bei ihren Arbeiten, den gefährdeten Lebensraum der Tiere in einem Naturschutzgebiet im San Mateo County wiederherzustellen. Die öffentliche Landverwaltung, die mehr als 28.000 Hektar Land in der Region der Santa-Cruz-Berge schützt, gab den Fund jetzt bekannt. Das Fossil wurde der Stanford University gespendet. Das Pazifische Mastodon ist die jüngste anerkannte Mastodonart und unterscheidet sich vom amerikanischen Mastodon durch seine schmaleren Zähne, dickeren Beinknochen und die unterschiedlichen Stoßzähne. Forscher vermuten, dass das Verbreitungsgebiet des Pazifischen Mastodons Gebiete des heutigen Kaliforniens, Oregons, die nördlichen Rocky Mountains im Westen der USA sowie Teile Mexikos umfasste. Diese massigen Pflanzenfresser durchstreiften die lokalen Ökosysteme während des Pleistozäns, das vor 2,5 Millionen Jahren begann und vor etwa 11.700 Jahren endete. Im Gegensatz zu den Mammuts, die ebenfalls in der Region lebten und sich von Gräsern ernährten, galten Mastodonten als Laubfresser. Sie nutzten ihre Zähne, um Blätter, weiche Triebe oder Früchte von hochwachsenden, meist verholzten Pflanzen abzufressen. Ein 23 Zentimeter langer Zahn „Es ist in einem hervorragenden Zustand“, sagte Chrissy Garcia. Sie ist Kuratorin und Leiterin der Sammlung von Proben und Exponaten der Doerr School of Sustainability. „Wir haben sowohl die Krone als auch die Wurzel des Fossils. Man kann sogar den Wurzelkanal erkennen.“ Sie fügt hinzu: „Es ist aufregend, ein Exemplar von dieser Qualität zu haben – und dann auch noch einen lokalen Fund.“ Garcia zufolge ist der Zahn des Pazifischen Mastodons, einer ausgestorbenen elefantenähnlichen Art, etwa 23 Zentimeter lang. Als Nächstes werde man versuchen, das Alter des Fossils zu bestimmen. Außerdem soll eine 3D-Kopie angefertigt werden. Der Bezirk will die Kopie für die Öffentlichkeitsarbeit und Bildungsangebote nutzen.