Welt 07.09.2026
08:47 Uhr

„Es bleibt zu hoffen, dass dieser Warnruf aus Sachsen-Anhalt im Bund verstanden wird“


Die CDU verliert in Sachsen-Anhalt mehr als die Hälfte ihrer Stimmen. Hamburgs CDU-Chef Dennis Thering verlangt nach dem AfD-Erfolg spürbare Veränderungen im Bund.

„Es bleibt zu hoffen, dass dieser Warnruf aus Sachsen-Anhalt im Bund verstanden wird“

Der CDU-Vorsitzende Hamburgs, Dennis Thering, hat die großen Verluste seiner Partei bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt als „absolut bitteres Ergebnis“ bezeichnet. Überraschend sei es aber nicht gekommen, erklärte Thering. Darin spiegelten sich natürlich auch die Zustimmungswerte zur Bundesregierung sowie der wachsende Unmut der Bürger wider. „Für die Union bleibt es ein rabenschwarzer Tag, der deutlich macht, wie tief die Verunsicherung und Unzufriedenheit im Land inzwischen reichen. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Warnruf im Bund gesehen und verstanden wird.“ Die Menschen erwarteten spürbare Veränderungen, klare Orientierung und eine Politik, die Vertrauen zurückgewinne, so Thering. Die Hamburger SPD unter Bürgermeister Peter Tschentscher bezeichnete die Menschen in dem Bundesland als die eigentlichen Wahlverlierer. Sie müssten sich auf Jahre politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit einstellen, teilten die Landesvorsitzenden Melanie Leonhard und Nils Weiland mit. Grünen-Landeschef Leon Alam bezeichnete das AfD-Ergebnis als erschreckend. „Dass ein gesichert rechtsextremer Landesverband der AfD möglicherweise die absolute Mehrheit bei einer Landtagswahl holt, ist eine Gefahr für unsere Demokratie.“ Thomas Iwan, Co-Landessprecher der Hamburger Linken, nannte das AfD-Ergebnis ein „deutliches Alarm-Signal“. Er teilte mit: „Wenn rechte Identitätspolitik gegen Kultur, Geflüchtete und Queere wichtiger wird als der Kampf für bezahlbare Mieten oder die Arbeitsplätze im mitteldeutschen Chemiedreieck, kommen sehr harte Zeiten auf die Menschen in Sachsen-Anhalt zu.“ AFD: „Der Osten pfeift auf politische Brandmauern“ Hamburgs AfD-Chef Dirk Nockemann kommentierte den Wahlausgang hingegen so: „Es ist auch eine Niederlage für Bundeskanzler Merz, dessen Festhalten an der bornierten Brandmauer die AfD stärker und stärker macht. Der Osten pfeift auf undemokratische Brandmauern.“