Welt 17.09.2026
11:57 Uhr

„Ed, hier gibt es nur ein Opfer“ – Greta Thunberg äußert sich zum Macklemore-Rauswurf


Der Ausschluss des US-Rappers Macklemore von der Tour von Ed Sheeran schlägt weiter Wellen: Vier Support-Acts sagen ihre Auftritte ab. Aktivistin Greta Thunberg stellt sich gegen Popstar Sheeran.

„Ed, hier gibt es nur ein Opfer“ – Greta Thunberg äußert sich zum Macklemore-Rauswurf

Nach dem Ausschluss von US-Rapper Macklemore (verlinkt auf https://www.welt.de/vermischtes/article6aab2782a9420481bd214105/ed-sheerans-tour-nach-ausladung-macklemore-spendet-1-million-dollar-an-palaestinensische-hilfsorganisation.html) wegen propalästinensischer Äußerungen sind auch vier weitere Support-Acts nicht mehr bei der Tour von Popstar Ed Sheeran dabei. Rückendeckung erhalten die Bands von Greta Thunberg. Die schwedische Aktivistin erklärte laut „Telegraph“ (verlinkt auf https://www.telegraph.co.uk/us/news/2026/09/16/greta-thunberg-pro-palestinian-backlash-against-ed-sheeran/) , dass Sheeran nun „gecancelt“ werde, zeige, wie sich das „globale Bewusstsein“ zugunsten der palästinensischen Sache verschoben habe. Ausgelöst hatte die Kontroverse der US-Rapper Macklemore (verlinkt auf https://www.welt.de/kultur/article6aa8398b73efd44e895d591b/free-palestine-rufe-ed-sheeran-wirft-macklemore-aus-seinem-vorprogramm.html) , der auf Konzerten etwa gesagt hatte: „Einer der Gründe, warum ich bei dieser Tour mitmachen wollte, war, dass ich hier auf Bühnen und in Stadien in ganz Amerika stehen und zwei Worte sagen kann, die mir sehr am Herzen liegen: Free Palestine.“ Auf die Hamas und deren Massaker am 7. Oktober 2023 geht er in seinen Songs nicht ein. In einem Clip auf Instagram teilte Macklemore mit: „An alle meine jüdischen Brüder und Schwestern: Kritik an Israel, Kritik an der Apartheid, die Ablehnung von Völkermord – das ist in keiner Weise eine Kritik an euch. Meine Botschaft gilt dem Frieden, der Liebe dafür, dass alle Menschen mit Würde, Respekt und Gleichberechtigung behandelt werden.“ Die Organisation Israeli-American Council (IAC) hatte laut Medien eine Petition gestartet, in der sie Ed Sheeran dazu aufrief, den Rapper auf seiner Tour nicht weiter auftreten zu lassen. Macklemore, der mit bürgerlichem Namen Benjamin Hammond Haggerty heißt, wurde aus dem Programm gestrichen, laut „Telegraph“ auch, weil Robert Kraft Druck ausgeübt habe. Der Milliardär ist Eigentümer der Kraft Group und des Gillette Stadium, in dem Sheeran noch in diesem Monat auftreten soll. Sheeran hingegen bestreitet, an der Entscheidung gegen den Rapper beteiligt gewesen zu sein. In einer Erklärung vom Dienstag sagte Sheeran, er habe „eigene Ansichten“ zum Nahostkonflikt, die er öffentlich aber nicht teilen wolle. Die Ausladung Macklemores sei Entscheidung des Tourveranstalters gewesen, nicht seine. Thunberg schrieb am Dienstag in einem gemeinsamen Instagram-Beitrag zusammen mit weiteren Aktivisten: (verlinkt auf https://www.instagram.com/p/DdUoKKYAuX4/?utm_source=ig_web_copy_link&stkn=MzRlODBiNWFlZA==) „Wir erleben, wie einer der größten Künstler der Welt gecancelt wird, weil er versucht hat, Israels Genozid am palästinensischen Volk mit einem ‚Beide-Seiten‘-Ansatz zu behandeln.“ Weiter hieß es: „Das ist ein klares und unbestreitbares Zeichen dafür, dass sich das globale Bewusstsein verschoben hat. Die Normalisierung eines Apartheidstaates und die Versuche, sein Handeln zu beschönigen oder zu rechtfertigen, werden nicht länger geduldet. Ed, hier gibt es nur ein Opfer: das palästinensische Volk.“ Thunberg, einst Galionsfigur der Klimabewegung, hatte nach dem Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 immer wieder einseitig zur Solidarität mit Gaza aufgerufen. Sie besuchte mehrfach israelfeindliche Demonstrationen, auch in Deutschland. Sheerans nächster Auftritt ist für den 19. September im Lincoln Financial Field in Philadelphia angesetzt. Vor ihm liegen noch 17 Termine in Nord- und Südamerika; die letzte Show ist für den 11. Dezember in Mexiko-Stadt geplant.