Welt 09.08.2026
17:27 Uhr

Dobrindt will Anti-Drohnen-Einheiten der Bundespolizei verdoppeln


Bundesinnenminister Alexander Dobrindt reagiert auf den Drohnenfund am Flughafen Leipzig einem Bericht zufolge mit einem massiven Ausbau der Abwehr. Die Anti‑Drohnen‑Einheit der Bundespolizei soll auf 300 Kräfte verdoppelt werden.

Dobrindt will Anti-Drohnen-Einheiten der Bundespolizei verdoppeln

Als Reaktion auf den Drohnenvorfall am Leipziger Flughafe (verlinkt auf https://www.welt.de/politik/deutschland/article6a77aa9b35268e5027022fc3/leipziger-flughafen-us-geheimdienste-sehen-russland-hinter-sprengstoff-drohne.html) n verdoppelt Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) einem Medienbericht zufolge die Anti-Drohnen-Einheit der Bundespolizei. So sollen im Gemeinsamen Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) künftig 300 statt 150 Einsatzkräfte für die Drohnenabwehr zur Verfügung stehen, berichtet die „Bild am Sonntag“ (verlinkt auf https://www.bild.de/politik/inland/bild-exklusiv-dobrindt-verdoppelt-seine-anti-drohnen-einheit-6a787aa2e2d77b91408211f0) unter Verweis auf Regierungskreise. Dobrindt werde eine entsprechende ministerielle Weisung an das Bundespolizeipräsidium erlassen. Gleichzeitig werde das Netz der operativen Stützpunkte von bisher vier auf acht Standorte bundesweit verdoppelt. Dobrindt reagiere damit auf den Leipziger Drohnen-Vorfall, hieß es. Am dortigen Flughafen war in der Nacht zum Mittwoch durch einen Mitarbeiter im Sicherheitsbereich des Frachtbetriebs eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. Der an ihr befestigte Sprengsatz wurde von Experten der Bundespolizei entschärft. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine. Studie sieht Probleme bei Drohnenabwehr Eine Studie des Londoner International Institutes for Strategic Studies (IISS), an der auch die CSU-nahe Hanns-Seidel-Stiftung beteiligt war, stellt Europa unterdessen kein gutes Zeugnis bei der Bekämpfung russischer Drohnenangriffe aus. Die europäischen Staaten seien derzeit nicht einmal in der Lage, die Angriffe durch Drohnen – etwa auf Flughäfen oder auch sensible Militäreinrichtungen – eindeutig Russland zuzuordnen, heißt es in dem Papier der Londoner Denkfabrik. Es sei jedoch „sehr wahrscheinlich“, dass Russland eine Kampagne gegen Europa gestartet habe. Die Studie wurde Anfang Juli erstmals veröffentlicht; die Hanns-Seidel-Stiftung machte angesichts des Drohnenvorfalls in Leipzig nun erneut darauf aufmerksam. Zuvor berichtete der „Tagesspiegel“ darüber. „Unser wesentliches Urteil ist, dass Europas derzeitige Anti-Drohnen-Architektur noch nicht auf der Höhe der Bedrohung ist, obwohl die Nato, die EU und die nationalen Regierungen inzwischen dem Thema mehr Aufmerksamkeit schenken“, schreiben die Autoren der Studie.