Welt 03.08.2026
00:10 Uhr

„Als EU lassen wir uns nicht spalten“ – Ahmetovic stellt sich in der Ceuta-Krise hinter Spanien


Angesichts des Ansturms von Migranten auf die spanische Exklave Ceuta fordert SPD-Außenpolitiker Ahmetovic europäische Geschlossenheit. Kritik an Spanien weist er zurück und verlangt von der Bundesregierung, die Einheit des Schengen-Raums zu schützen.

„Als EU lassen wir uns nicht spalten“ – Ahmetovic stellt sich in der Ceuta-Krise hinter Spanien
Japanische Winkekatzen sollen beides bringen, Geld und Glück. Aber macht Geld alleine auch schon glücklich? KIM KYUNG-HOON/REUTERS

Der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Adis Ahmetovic, hat angesichts des Ansturms von Migranten aus Marokko auf die spanische Exklave Ceuta und der in einem Brief geäußerten Kritik von 22 Staats- und Regierungschefs der EU an Spanien Solidarität mit dem Land gefordert. „Wir unterstützen die Initiative Spaniens, eine gemeinsame europäische Beratung über die aktuelle Lage in Ceuta einzufordern“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). „Von der Bundesregierung erwarten wir, die Einheit des Schengen-Raums zu schützen.“ Dies ist auf Forderungen gemünzt, Spanien aus dem Schengen-Raum auszuschließen, der innereuropäische Grenzübertritte ohne Kontrollen ermöglicht. Ahmetovic fügte hinzu: „Die Botschaft muss klar sein: Die territoriale Integrität Spaniens bleibt gewahrt, und als EU lassen wir uns nicht spalten. Dafür sind Entschlossenheit nach außen und Solidarität nach innen erforderlich. Dies entspricht den Grundprinzipien eines liberalen, demokratischen Europas.“ Der SPD-Co-Vorsitzende Lars Klingbeil hatte zuvor ebenfalls Respekt und Solidarität für Spanien verlangt. Nach RND-Informationen herrscht in der SPD Unmut darüber, dass Kanzler Friedrich Merz den gegen Spanien gerichteten Brief mitunterzeichnet hat. Man dürfe die rechtsgerichtete italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni, die die Front gegen das Land anführt, nicht kopieren, heißt es. Nach verschiedenen amtlichen Schätzungen waren vor allem am Mittwoch und Donnerstag insgesamt 50.000 bis 60.000 Menschen irregulär in die Exklave gekommen. Die Geschehnisse lösten heftigen Streit innerhalb der Europäischen Union aus. Mehrere Mitgliedstaaten kritisierten die spanische Migrationspolitik. Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez warf indessen einigen EU-Ländern eine „egoistische“ und „rechtswidrige“ Reaktion vor. Mit der Ceuta-Krise und ihren Folgen für die europäische Migrationspolitik werden sich die EU-Innenminister am Dienstag in einer kurzfristig einberufenen Sondersitzung befassen.