Welt 16.03.2026
11:15 Uhr

(+) „Und am Ende ist die Frage: Wer soll das bezahlen?"


Berater Harald Christ wacht für das Finanzministerium über das sogenannte Sondervermögen. Er warnt davor, zu viel vom Staat zu erwarten, und sieht „drei Bremsen“ für die Volkswirtschaft.

(+) „Und am Ende ist die Frage: Wer soll das bezahlen?

Der Besprechungsraum sieht eher nach einem Ort für einen Staatsbesuch aus als nach dem Büro einer Unternehmensberatung: Blick über den Berliner Gendarmenmarkt, in der Ecke stehen gleich drei Fahnen – eine deutsche, eine europäische und eine Berliner. Hier empfängt Harald Christ zum Gespräch, im dunkelblauen Cord-Zweireiher und Genscher-gelben Pullover wirkt er wie ein FDP-Politiker. Dabei hat er die Liberalen längst wieder verlassen. Zuvor hatte er schon sein SPD-Parteibuch nach über 30 Jahren zurückgegeben. Jetzt ist er parteilos, berät Politiker und Unternehmen. Christ gilt als Netzwerker mit Kontakten in fast alle politischen Parteien. Seit Herbst hat er eine zusätzliche Aufgabe: Als Vorsitzender des Investitionsbeirats des Finanzministeriums soll er darüber wachen, wie die Milliarden aus dem sogenannten Sondervermögen ausgegeben werden.