Viele Einzelheiten aus den Gesprächen zwischen Chinas Staatschef Xi Jinping und Donald Trump sind bisher nicht nach außen gedrungen. Der US-Präsident wurde aber von seinem Gast zu einem nächsten Treffen nach China eingeladen.
In diesem Jahr gebe es noch zwei Möglichkeiten für ein Treffen, sagte Xi während einer Teezeremonie im Weißen Haus in Washington. Eine sei der Wirtschaftsgipfel der Apec-Staaten in China, die andere der G20-Gipfel in den USA. »Wir laden den Präsidenten und seine Frau ein, China zu besuchen«, sagte Xi.
Trump bedankte sich und sagte: »Das werden wir. Und wir werden viel miteinander sprechen.« Es blieb offen, auf welchen der von Xi genannten Gipfel sich der US-Präsident bezog – oder ob er womöglich beide meinte.
US-Botschafter in China äußert sich zu Taiwan
Xi war zu einem dreitägigen Staatsbesuch nach Washington gereist. Laut chinesischen Angaben ging es unter anderem um globale Konflikte wie die Lage im Nahen Osten und den Ukrainekrieg. Auch der Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften der Welt dürfte auf der Agenda gestanden haben. Trump hatte Xi Mitte Mai in Peking besucht. Xi will noch am Freitag zurückreisen.
Die beiden Staatenlenker werden auch über Taiwan gesprochen haben. Im Gegensatz zu Trump und Xi hat sich der US-Botschafter in China zu dem Konflikt geäußert. »Es gibt keine Änderung in der Taiwanpolitik«, sagte David Perdue dem US-Fernsehsender CNBC in Washington. China habe versucht, in dieser Hinsicht Veränderungen zu erzwingen. »Wir ändern weder unsere Formulierungen noch unsere Haltung in dieser Frage«, sagte Perdue. Trump hat sich zu dem Thema noch nicht geäußert.
Zuvor hatte es immer wieder Mutmaßungen gegeben, die USA könnten auf Druck Chinas ihre Unterstützung für Taiwan lockern. Der Umgang mit Taiwan ist seit jeher ein Streitpunkt in den Beziehungen zwischen Washington und Peking. Die chinesische Regierung sieht in der Frage eine »rote Linie«, die nicht überschritten werden dürfe. China zählt die unabhängig und demokratisch regierte Insel zu seinem Staatsgebiet und drohte mehrfach, diese auch mithilfe des Militärs an sich zu binden, sollte dies nicht auf friedlichem Wege gelingen.
Die USA unterhalten keine offiziellen diplomatischen Beziehungen mit der Republik China, so Taiwans offizieller Name, sondern mit der Volksrepublik China. Dennoch sind die Vereinigten Staaten wichtigster Verbündeter Taiwans und beliefern das Land zum Ärger Pekings immer wieder mit Waffen. Die Entscheidung über eine weitere Lieferung im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar steht derzeit noch aus.
Bei seinem Staatsbesuch in den USA mahnte Chinas Präsident Xi Jinping die USA, an ihrer »richtigen Haltung gegen die ›Unabhängigkeit Taiwans‹ festzuhalten« und »die Taiwanfrage umsichtig zu behandeln«. Perdue betonte bei CNBC: »Wir unterstützen keine Unabhängigkeit.«
China erhebt Anspruch auf das faktisch unabhängige Taiwan. In Taipeh sorgen sich die Menschen, dass Donald Trump sich auf dem Gipfel mit Machthaber Xi Jinping für die Interessen Pekings einspannen lässt. Hier lesen Sie mehr .
