Chinas Staatschef Xi Jinping hat beim jüngsten Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump in Washington offenbar Rückzugsräume und Ruhepausen benötigt, die für einen Staatsbesuch dieser Bedeutung ungewöhnlich sind. Das berichtet das »Wall Street Journal« (»WSJ«) unter Berufung auf Insider, die mit den Planungen des Staatsbesuchs vertraut sind. Das nähre Spekulationen über den Gesundheitszustand des 73-Jährigen, so die US-Zeitung.
So haben chinesische Regierungsvertreter demnach auf einen privaten Raum im Westflügel des Weißen Hauses bestanden, in dem Xi zwischen den Terminen eine Pause einlegen konnte und zu dem ausschließlich seine Frau Peng Liyuan Zutritt gehabt habe. Anders als üblich sei für den Abend der Ankunft Xis keine Aktivität geplant worden.
Außerdem sei im Vorfeld ein für den zweiten Tag des Besuchs geplantes Arbeitsessen mit Trump von chinesischer Seite abgesagt worden. Der eigentliche Kern des Besuchs, das Treffen der beiden Staatschefs im Weißen Haus am zweiten Tag, habe gegen Mittag begonnen und bereits am frühen Nachmittag geendet. Dadurch sei bis zum Staatsbankett am Abend eine Lücke von fünf Stunden im Programm des ohnehin lediglich rund zwei Tage langen Gipfels entstanden.
Die chinesischen Vertreter hätten gewünscht, dass im Gipfelprogramm mehr Zeit für Erholungspausen Xis eingeplant werde, so die US-Zeitung. Am Abschlusstag des Gipfels schließlich habe Xi nur rund zehn Minuten im US-Nationalarchiv verbracht und damit weit weniger, als von US-Seite geplant worden sei. Das »WSJ« zitiert einen früheren Direktor des Nationalen Sicherheitsrates, der selbst Staatsbesuche organisiert hatte, mit der Einschätzung, dass als Resultat erstaunlich wenig Zeit für substanzielle Gespräche zwischen Trump und Xi vorgesehen gewesen sei.
Die Zeitung weist zudem darauf hin, dass auch auf dem Filmmaterial des Besuchs einige Hinweise auf körperliche Probleme Xis erkennbar seien. So habe Xi sowohl beim Verlassen seines Flugzeugs als auch beim Besuch des US-Nationalarchivs die Hand seiner Frau ergriffen. Dabei habe der chinesische Staatschef sich offenbar auf seine Frau gestützt. Bereits seit Längerem sind Xi und seine Frau Peng bei offiziellen Anlässen Hand in Hand zu sehen; die chinesischen Staatsmedien heben dies als Zeichen der Zuneigung hervor.
