SpOn 12.09.2026
12:01 Uhr

Wirtschaftsreformen: Kretschmer drängt Merz zu Gesprächen mit Gewerkschaften


Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt steht Friedrich Merz unter Druck. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer fordert, Deutschland müsse wieder wettbewerbsfähiger werden. Dem Kanzler gibt er einen Tipp.

Wirtschaftsreformen: Kretschmer drängt Merz zu Gesprächen mit Gewerkschaften

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zu mehr Gesprächsbereitschaft gegenüber den Gewerkschaften aufgefordert. Bei den geplanten Wirtschaftsreformen solle Merz den Dialog mit den Arbeitnehmervertretern stärker suchen, sagte Kretschmer der »Freien Presse«. Deutschland brauche »einen Ruck und vor allem die Bereitschaft, wettbewerbsfähiger zu werden – gegenüber Polen, China und anderen Standorten«, so der sächsische Regierungschef.

Kretschmer: »Wir müssen auf Wachstum setzen«

»Gerade in den Industriegewerkschaften gibt es viele, die wissen, was auf dem Spiel steht«, sagte Kretschmer. Den Arbeitnehmervertretern sei klar, »dass wir Produktion und gute Arbeitsplätze in Deutschland nur sichern können, wenn wir wieder wettbewerbsfähiger werden«.

Die Vorstellung, Deutschland lasse sich »passiv sanieren, indem wir die Ausgaben den Einnahmen anpassen, wird nicht funktionieren«, sagte der CDU-Politiker. »Wir müssen auf Wachstum setzen.« Dafür müsse auch mehr beim Thema Energiepreise und Deregulierung getan werden.

Notwendig sei aber auch, den Menschen besser zu vermitteln, warum beispielsweise bei den Renten Reformen nötig seien. »Das Leitbild muss sein: Wir tun das, weil Menschen, die gearbeitet haben, einen sicheren Lebensabend haben sollen«, sagte Kretschmer. »Das können wir nicht nur kalt mit Zahlen erklären, sondern mit einem konservativen und bürgerlichen Herzen.«

Merz nach Wahl in Sachsen-Anhalt unter Druck

»Wir müssen die Herausforderungen lösen, die die Bevölkerung umtreiben«, forderte der Ministerpräsident. »Es ist allerhöchste Zeit zu handeln.«

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Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt sieht sich CDU-Chef Merz auch in der eigenen Partei massiv unter Druck. Der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), Dennis Radtke, hatte am Freitag erklärt, der von Merz vertretene Kurs einer »CDU pur« sei gescheitert. Er forderte »einen Kurswechsel – bei den Inhalten, bei der politischen Erzählung, bei der Kommunikation«.

lhi/afp