SpOn 18.09.2026
18:43 Uhr

Wanja Oberhof: US-Behörden nehmen deutschen Unternehmer fest


Start-up-Gründer Wanja Oberhof soll mit dem Geld eines Investors unter anderem die Miete seiner Penthousewohnung in New York bezahlt haben. Der Geschädigte ist offenbar der frühere Siemens-Chef Klaus Kleinfeld.

Wanja Oberhof: US-Behörden nehmen deutschen Unternehmer fest

Der Unternehmer Wanja Oberhof ist in New York festgenommen worden. Das berichten »Bild«  und »Handelsblatt« . Die US-Behörden werfen ihm vor, mit seinem Start-up The Healing Company einen Investor um mehr als zwei Millionen Dollar betrogen zu haben. Laut »Bild« und »Handelsblatt« soll es sich bei dem Investor um den früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld handeln. »Bei solchen Sachen hört für meinen Klienten der Spaß auf«, zitiert das »Handelsblatt« einen Sprecher Kleinfelds.

Wanja Oberhof auf einer Aufnahme aus dem September 2023

Wanja Oberhof auf einer Aufnahme aus dem September 2023

Foto: Foto: Sabine Brose / galoppfoto.de / Frank Sorge / IMAGO

Die US-Ermittler werfen Oberhof vor, dass er Geld für einen geschäftlichen Zweck erhalten habe – dann aber für Privatausgaben nutzte. Zudem habe er Unterlagen gefälscht, um seine Taten zu vertuschen, heißt es in einer Mitteilung der US-Staatsanwaltschaft . Demnach habe er die Investition in das Start-up verwendet, um die Miete seiner Penthousewohnung in Manhattan zu bezahlen. Diese soll bei 20.000 Dollar pro Monat liegen. 57.000 Dollar soll Oberhof verwendet haben, um ein Privatdarlehen zurückzuzahlen. 1,8 Millionen Dollar sollen zudem auf ein Bankkonto außerhalb der USA geflossen sein, das Oberhof kontrolliert.

Oberhof reagierte auf Anfragen von »Bild« und »Handelsblatt« zunächst nicht. Der Unternehmer gründete demnach bereits als Jugendlicher sein erstes Unternehmen und baute später zahlreiche Firmen auf oder finanzierte sie. Er war Mitgründer des E-Commerce-Unternehmens The Social Chain, bei dem auch die aus der TV-Sendung »Höhle der Löwen« bekannten Investoren Georg Kofler und Ralf Dümmel mitwirkten. Oberhof führte die Firma zeitweise als Vorstandsvorsitzender. Nachdem die Aktie binnen einem Jahr 90 Prozent ihres Werts verloren hatte, musste er den Posten zum Ende des Jahres 2022 jedoch räumen. Im Juli 2023 kündigte The Social Chain einen Insolvenzantrag an.

Wie das »Handelsblatt« berichtet, reichte ein Kreditgeber schon im August 2024 eine Zivilklage vor dem New York State Supreme Court ein. Demnach soll es bereits damals um Betrugsvorwürfe gegangen sein.

Nun wirft die Staatsanwaltschaft Oberhof elektronischen Betrug vor, die Höchststrafe liegt laut Behörden bei 20 Jahren Haft. Die Behörde weist ausdrücklich auf die Unschuldsvermutung bis zu einem rechtskräftigen Gerichtsurteil hin. Wie »Bild« und »Handelsblatt« berichten, legte eine Bundesrichterin eine Kaution in Höhe von zwei Millionen Dollar fest.

jml