SpOn 22.09.2026
14:45 Uhr

Wanja Oberhof: Betrugsverdacht – deutscher Unternehmer in den USA auf Kaution frei


Gegen eine Millionenkaution ist Wanja Oberhof Medienberichten zufolge vorerst aus dem US-Gefängnis entlassen worden. Zwei Personen sollen für den unter Betrugsverdacht stehenden Start-up-Gründer gebürgt haben, darunter sein Schwiegervater.

Wanja Oberhof: Betrugsverdacht – deutscher Unternehmer in den USA auf Kaution frei

Der Unternehmer Wanja Oberhof ist auf Kaution frei. Wie die »Bild«-Zeitung und das »Handelsblatt« berichten, betrug die Kaution zwei Millionen US-Dollar. Oberhofs Schwiegervater Hans-Georg Oelmann, ein Berliner Anwalt, bestätigte dem »Handelsblatt« demnach, für den Start-up-Gründer gebürgt zu haben. Den Berichten zufolge gibt es noch einen zweiten Bürgen, dessen Identität nicht öffentlich bekannt ist. Der Website der US-Gefängnisbehörde zufolge sollte Oberhof am Montag freikommen.

Den Berichten zufolge gelten für Oberhof nach seiner Freilassung strenge Auflagen. Dazu gehörten Hausarrest und GPS-Überwachung, außerdem müsse er seinen Reisepass abgeben, heißt es. Wenn er seinen Wohnort mit Genehmigung verlasse, dürfe er sich nur innerhalb von New York City, Long Island und angrenzenden Counties bewegen. Er müsse für weitere Gerichtstermine erreichbar sein.

Die US-Behörden werfen Oberhof vor, mit seinem Start-up The Healing Company einen Investor um mehr als zwei Millionen Dollar betrogen zu haben. Laut »Bild« und »Handelsblatt« soll es sich bei dem Investor um den früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld handeln. »Bei solchen Sachen hört für meinen Klienten der Spaß auf«, zitiert das »Handelsblatt« einen Sprecher Kleinfelds.

Vorwurf des elektronischen Betrugs

Die US-Ermittler werfen Oberhof vor, dass er Geld für einen geschäftlichen Zweck erhalten habe – dann aber für Privatausgaben genutzt habe. Zudem habe er Unterlagen gefälscht, um seine Taten zu vertuschen, heißt es in einer Mitteilung der US-Staatsanwaltschaft . Demnach habe er die Investition in das Start-up verwendet, um die Miete seiner Penthousewohnung in Manhattan zu bezahlen. Diese soll bei 20.000 Dollar pro Monat liegen.

57.000 Dollar soll Oberhof verwendet haben, um ein Privatdarlehen zurückzuzahlen. 1,8 Millionen Dollar sollen zudem auf ein Bankkonto außerhalb der USA geflossen sein, das Oberhof kontrolliert.

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Die Höchststrafe für sogenannten elektronischen Betrug in den USA liegt laut Behörden bei 20 Jahren Haft. Die Behörde weist ausdrücklich auf die Unschuldsvermutung bis zu einem rechtskräftigen Gerichtsurteil hin.

Oberhof reagierte auf Anfragen von »Bild« und »Handelsblatt« zunächst nicht. Der Unternehmer gründete demnach bereits als Jugendlicher sein erstes Unternehmen und baute später zahlreiche Firmen auf oder finanzierte sie. Er war Mitgründer des E-Commerce-Unternehmens The Social Chain, bei dem auch die aus der TV-Sendung »Höhle der Löwen« bekannten Investoren Georg Kofler und Ralf Dümmel mitwirkten. Oberhof führte die Firma zeitweise als Vorstandsvorsitzender. Nachdem die Aktie binnen eines Jahres 90 Prozent ihres Werts verloren hatte, musste er den Posten zum Ende des Jahres 2022 jedoch räumen. Im Juli 2023 kündigte The Social Chain einen Insolvenzantrag an.

kko/jml