Die Mehlschwalbe ist der »Vogel des Jahres« 2027. Bei einer Onlinewahl setzte sich diese mit rund 45 Prozent der Stimmen mit großem Abstand gegen ihre vier Konkurrenten durch, teilten der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der bayerische Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) mit. Auf den zweiten Platz flatterte der Trauerschnäpper, gefolgt von Kolkrabe, Wasseramsel und Kranich.
Mehr als 148.500 Menschen hatten sich diesmal an der Abstimmung im Internet beteiligt. Den »Vogel des Jahres« küren die beiden Naturschutzverbände seit mehr als 50 Jahren, um auf den Vogelschutz aufmerksam zu machen. Seit 2021 darf die Bevölkerung diesen online wählen. Nabu und LBV legen allerdings eine Vorauswahl von fünf Kandidaten fest.
Abgeschlagen auf dem letzten Platz: Der Kranich
Foto: Frank Fichtmueller / CHROMORANGE / IMAGOMit der Wahl der Mehlschwalbe rücke ein Vogel in den Mittelpunkt, der wie kaum ein anderer für das Zusammenspiel von Natur und menschlichem Lebensraum stehe, heißt es vom Nabu.
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»Leider ist der neue Jahresvogel gefährdet«, erklärte Nabu-Vogelschutzexperte Martin Rümmler. Bis zu 770.000 Brutpaare gebe es noch in Deutschland, der Bestand gehe aber stetig zurück. Grund sind laut Rümmler vorwiegend die illegale Zerstörung von Nestern und Abwehrmaßnahmen an Häusern. »Moderne Architektur und die zunehmende Versiegelung machen es Schwalben oft unmöglich, ihre Nester zu bauen.« Auch der Insektenschwund spielt demnach eine Rolle, da Fluginsekten die Nahrung der Mehlschwalbe sind.
Der Vogel wurde laut Nabu und LBV in Abwesenheit gekürt: Den Winter verbringen die 13 bis 15 Zentimeter großen Vögel südlich der Sahara in Afrika. Erst im April kommen die Schwalben zurück, um in Kolonien an Gebäuden zu brüten. Dafür bauen sie runde Lehmnester unter Dach- und Fassadenvorsprüngen und in Felsnischen.
Im Vergleich zur Kappentrappe in Indien geht es der Mehlschwalbe in Deutschland noch gut. Lesen Sie hier, wie Indien versucht, das seltene Tier zu schützen .

