Noch immer funktioniert das militärisch wichtige Satelliteninternet Starlink über der Ukraine offenbar nur eingeschränkt. Dies teilte Präsident Wolodymyr Selenskyj am Samstag mit. Die Satelliten der US-Firma SpaceX verfolgten auch weiterhin nicht die Antennen auf Flugobjekten, die schneller als 161 Kilometer in der Stunde flögen, sagte der Präsident.
Nach Angaben von Selenskyj sei es zurzeit nicht möglich, Soldaten an bestimmten Kampfpositionen mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen, weil die Verbindung zu den dafür bisher eingesetzten Drohnen abreißt. Auch ukrainische Abfangdrohnen, die bisher mithilfe von Starlink besonders schnelle russische Shahed-Drohnen stoppen konnten, sind nach Selenskyjs Worten derzeit nicht einsetzbar. »Glücklicherweise setzen wir nicht nur Abfangdrohnen gegen Shaheds ein«, so Selenskyj, »sondern auch Flugzeuge, Raketen und andere Luftabwehrmittel.«
Der ukrainische Präsident betonte, dass es sich um »eine geplante Operation« gegen die Ukraine handeln muss. Tests in europäischen Ländern hätten ergeben, dass die Drosselung nur sein Land betreffe, sagte Selenskyj in Kommentaren, die er in einer WhatsApp-Gruppe für internationale Medien verbreiten ließ.
Selenskyj wartet auf Antwort
Das ukrainische Militär klagt seit Mitte der Woche über die Geschwindigkeitsbegrenzung. Starlink gehört zum Firmenreich von Elon Musk, die militärisch genutzte Sonderfunktion Starshield wird nach Musks Angaben aber vom Pentagon kontrolliert. Aussagen von Musk und aus dem Weißen Haus gaben kein klares Bild des Vorgangs. Selenskyj sagte am Samstag, man sei im Gespräch mit Starlink und Starshield. »Wir wenden uns an alle«, so der ukrainische Präsident, »auf der Ebene des Verteidigungsministeriums, auf diplomatischer Ebene und an SpaceX«. Im Moment antworte niemand dem ukrainischen Militär und Verteidigungsministerium. Auf anderer Ebene werde erklärt, es handele sich um technische Probleme.
Zwischenzeitlich berichteten Medien in Kyjiw unter Berufung auf das ukrainische Militär, Starlink funktioniere wieder ohne Begrenzung. Zu den Tests sagte Selenskyj, man habe Autos in EU-Ländern mit einem Tempo von 180 Kilometern pro Stunde fahren lassen. Deren Satellitenverbindung sei nicht abgerissen. »Wir verfügen über entsprechende Aufzeichnungen und Beweise«, sagte Selenskyj.
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine groß angelegte russische Invasion. Die US-Führung von Präsident Donald Trump versteht sich nicht mehr als Unterstützer der Ukraine, sondern als Vermittler. In mehreren Schritten der vergangenen Woche ist Trump aber Moskau entgegengekommen und hat den Druck auf Kyjiw verstärkt. Der amerikanische Präsident schloss mit Russland einen Deal über den Verkauf von Diesel und setzte Sanktionen gegen den Angreifer aus.
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