SpOn 15.07.2026
12:28 Uhr

Russland/Ukraine: Ukrainische Seedrohne zerstört offenbar russisches FSB-Schiff


Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ein Patrouillenschiff des russischen Geheimdiensts FSB schwer getroffen. Für Kyjiw ist der Schlag weit hinter den eigenen Linien offenbar von doppelter symbolischer Bedeutung.

Russland/Ukraine: Ukrainische Seedrohne zerstört offenbar russisches FSB-Schiff

Russland muss nach einer ukrainischen Seedrohnenattacke offenbar den Verlust eines relativ großen Patrouillenboots in einem seiner Schwarzmeerhäfen hinnehmen.

Die ukrainische Marine berichtete auf Telegram  bereits am Dienstag von der Versenkung der »Izumrud« und veröffentlichte dazu später eine Satellitenaufnahme, die schwere Schäden an dem Schiff in einem Hafen bei Gelendschik zeigen soll.

Demnach wurde für den Angriff eine Seedrohne vom Typ Sargan-3000 eingesetzt. Unter den Besatzungsmitgliedern der »Izumrud« soll es nach ukrainischen Angaben Tote und Verletzte gegeben haben. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Russland bestätigte den Verlust zunächst nicht.

Die »Izumrud« ist laut ukrainischen Angaben rund 62 Meter lang und verfügt über einen Hubschrauberlandeplatz. Laut »Washington Post«  handelt es sich um ein Patrouillenschiff in Diensten des russischen Geheimdiensts FSB.

Für Moskau ist der Vorfall doppelt brisant. Einerseits war die »Izumrud« Berichten zufolge bereits im Jahr 2018 in einen Vorfall in der Straße von Kertsch involviert. Damals hatte Russland ukrainische Schiffe am Zugang zum Asowschen Meer unter Beschuss genommen. Die Zerstörung bedeutet nun eine späte Vergeltung für die Ukraine.

»Putins Palast« nur wenige Kilometer entfernt

Auch offenbart der Treffer weit hinter den ukrainischen Linien einmal mehr Schwächen in Russlands Abwehrfähigkeiten gegen die ukrainischen Drohnen. Die Stadt Gelendschik in der Region Krasnodar befindet sich über See mehr als 600 Kilometer etwa von der ukrainischen Hafenstadt Odessa entfernt.

Unweit der Stadt wird zudem der Palast des russischen Präsidenten Wladimir Putin vermutet. Das luxuriöse Anwesen befindet sich einige Kilometer weiter südöstlich an der Küste.

Es war vor einigen Jahren in die Schlagzeilen geraten, als der inzwischen gestorbene russische Oppositionelle Alexej Nawalnyj in einem Video umfangreich über die Residenz berichtet hatte. (Lesen Sie hier mehr  dazu.)

Mehr zum Thema

Ukrainische Drohnen attackieren Tanker

Die Ukraine setzt derweil ihr Vorgehen gegen russische Frachtschiffe im Schwarzen Meer fort. Der Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, berichtete auf seinem Telegramkanal von neuen Angriffen auf 20 Schiffe. 17 Öltanker, zwei Gastanker und ein Schleppschiff seien getroffen worden.

Die Angaben waren zunächst nicht unabhängig zu prüfen. In den vergangenen Tagen hatte die Ukraine Dutzende Angriffe im Asowschen Meer, einem Binnenmeer des Schwarzen Meers, verübt. Russland hatte zuletzt angekündigt, mit seinen Transportrouten angesichts der ukrainischen Angriffe auf »alternative Schifffahrtsrouten« ausweichen zu wollen.

fek